Die Börse Stuttgart und der Frankfurter Kryptowährungshändler Tradias gehen zusammen. Ihre digitale Tochtergesellschaft und Tradias haben eine Fusion vereinbart, um einen führenden Anbieter im europäischen Kryptohandel zu formen. Ziel ist es, von Brokerage über Handel bis hin zur Verwahrung von Kryptowährungen alles aus einer Hand anzubieten. Besonders im Fokus steht die Behebung eines kritischen Problems im Kryptomarkt: die unregelmäßige Preisstellung vieler Broker. Die Fusionspartner versprechen durch den Zusammenschluss mehr Markttiefe und Verlässlichkeit, indem sie auch in stark schwankenden Marktphasen stets Ausführungspreise garantieren. Dies ist ein entscheidender Vorteil, da Bitcoin und Ether bekanntermaßen hohe Volatilität aufweisen.
Tradias, hervorgegangen aus dem 1985 gegründeten Bankhaus Scheich, hat sich durch seinen MiCAR-regulierten Kryptohandel einen Namen gemacht. Das Unternehmen, dessen Bewertung nach Fusionsverhandlungen auf rund 200 Millionen Euro geschätzt wird, agiert primär im Hintergrund für Broker und Banken. Zu seinen namhaften Kunden zählen Neobroker wie Trade Republic und Flatex Degiro sowie die DWP Bank. Die Wahlfreiheit des Krypto-Verwahrers ist für Tradias und seine Kunden von großer Bedeutung. Mit Michael Reinhard an der Spitze, einem ehemaligen Vorstandsvorsitzenden von Universal Investment, bringt Tradias eine starke Expertise im Kryptowertpapierhandelsspezialismus ein.
Die Börse Stuttgart hingegen positioniert sich als breit aufgestellter Infrastrukturanbieter mit eigenem Marktplatz und Sammelverwahrer für Kryptowährungen. Durch die Bündelung der Kräfte wird das Produktangebot erheblich erweitert: Tradias bringt über 150, die Börse Stuttgart mehr als 50 Kryptowährungen in das gemeinsame Portfolio ein. Viel wichtiger als die reine Anzahl der angebotenen Assets ist jedoch das gemeinsame Credo der Verantwortlichen: „Auch in hektischen Marktphasen immer Ausführungspreise gestellt“ zu haben. Während andere Broker sich in volatilen Zeiten zurückziehen und ihren Kunden den Handel verwehren, betonen Matthias Voelkel und Michael Reinhard die Verlässlichkeit und Langfristigkeit beider Häuser.
Der Zusammenschluss wird explizit nicht als Übernahme von Tradias durch die Börse Stuttgart dargestellt. Vielmehr sollen die Eigner von Tradias, darunter Christopher Beck und Family Offices, Anteile an dem fusionierten Unternehmen erhalten, das künftig rund 300 Mitarbeiter beschäftigen wird. Die Führungsstruktur wird paritätisch aus Vertretern beider Seiten bestehen, und es werden zwei Hauptsitze in Stuttgart und Frankfurt etabliert. Die Entscheidung über den zukünftigen Namen des Unternehmens, insbesondere ob “Tradias” erhalten bleibt, steht noch aus. Dieser strategische Schritt zielt darauf ab, Größenvorteile, insbesondere in Markttiefe und Produktbreite, auszuspielen und einen verlässlichen Partner im dynamischen Kryptomarkt zu etablieren.
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