Italiens Topbiathlet Tommaso Giacomel hat sich nach einem Zusammenbruch beim Massenstart-Rennen der Olympischen Winterspiele einer Herzoperation unterziehen müssen. Der minimalinvasive Eingriff wurde vom italienischen Biathlon-Verband als erfolgreich vermeldet. Giacomel, der 25-Jährige, soll bereits am Donnerstag aus dem Krankenhaus in Mailand entlassen werden. In zwei Wochen steht eine weitere Kontrolluntersuchung an, woraufhin er mit dem normalen Training wieder beginnen könne. Dieser Vorfall schockierte die Biathlon-Welt und führte zu großen Sorgen um die Gesundheit des aufstrebenden Sportlers. Die schnelle Genesung ist ein positives Signal für seine sportliche Zukunft.
Trotz des erfolgreichen Eingriffs ist die aktuelle Saison für Giacomel beendet, wie er selbst auf Instagram mit den Worten „Meine Saison ist vorbei. Enttäuscht“ bekannt gab. Als Zweiter im Gesamt-Weltcup verpasst der Italiener damit die noch ausstehenden Wettbewerbe. Dazu gehören die Stationen im finnischen Kontiolahti (5. bis 8. März), im estnischen Otepää (12. bis 15. März) sowie das Saisonfinale am Holmenkollen in Oslo (19. bis 22. März). Sein Ausfall ist ein herber Verlust für das italienische Team und die Fans, die auf weitere Top-Platzierungen von ihm gehofft hatten. Die Enttäuschung über das vorzeitige Saisonende ist verständlich, angesichts seiner starken Leistungen bis dahin.
Der Zusammenbruch ereignete sich während des Massenstart-Rennens in Antholz, wo Giacomel das Rennen wegen gesundheitlicher Probleme aufgeben musste. Er beschrieb seine damaligen Gefühle auf Instagram: „Gleich nach dem zweiten Schießen hörte mein Körper irgendwie auf, richtig zu arbeiten, und ich hatte wirklich Schwierigkeiten, zu atmen und mich zu bewegen.“ Er stieg in der dritten Runde aus und blieb am Streckenrand im Schnee sitzen, was er als das „Schlimmste Gefühl, das ich bisher in meinem Leben erlebt habe“ bezeichnete. Eingehende Untersuchungen in der Klinik, darunter Computertomografie, Magnetresonanztomografie und ein Belastungstest, waren zunächst unauffällig. Erst eine anschließende elektrophysiologische Untersuchung brachte die Diagnose einer Vorhofleitungsstörung, die den sogenannten Ablationseingriff notwendig machte.
Vor dem Vorfall hatte Giacomel, nach Silber zum Auftakt mit der Mixed-Staffel bei seinem Heimspiel in Südtirol, den Wunsch geäußert, auch in den Einzelrennen Medaillen zu gewinnen. Dies misslang ihm zwar, obwohl er meist zu den Favoriten gehörte. Doch Giacomel blickt bereits optimistisch in die Zukunft und plant, bis zu den nächsten Winterspielen in vier Jahren in den französischen Alpen weiterzumachen. „Vier Jahre verfliegen schnell, und ich versuche es wieder in Frankreich“, kündigte er an. Diese entschlossene Haltung zeigt seinen Kampfgeist und seine Entschlossenheit, nach diesem gesundheitlichen Rückschlag stärker denn je zurückzukommen und seine sportlichen Ziele weiter zu verfolgen.

