Ukrainischer Präsident Wolodymyr Selenskyj hat bekannt gegeben, dass die Vereinigten Staaten unter Donald Trump Sicherheitsgarantien für ein mögliches Friedensabkommen an weitreichende Gebietsabtretungen knüpfen. Washington fordere demnach, dass die Ukraine den gesamten Donbass im Osten des Landes an Russland abtritt. Selenskyj zufolge drängt US-Präsident Trump auf ein schnelles Kriegsende, was er auch auf den Konflikt der USA mit Iran und dessen »definitive Auswirkungen« auf Trumps nächste Schritte zurückführt. Diese Forderung stellt eine erhebliche Hürde für die Ukraine dar, die um ihre territoriale Integrität kämpft.
Selenskyj betonte die Notwendigkeit internationaler Sicherheitsgarantien, um eine Wiederaufnahme der Kämpfe durch Russland nach einem Abkommen zu verhindern. Die Amerikaner seien bereit, diese Garantien auf hoher Ebene zu gewähren, sobald die Ukraine bereit sei, sich aus dem Donbass zurückzuziehen, so Selenskyj. Er warnte jedoch eindringlich davor, dass ein solcher Rückzug die Sicherheit der Ukraine und damit ganz Europas gefährden würde, da die Region über strategisch wichtige und starke Verteidigungspositionen verfüge, die man Russland überlassen müsste. Dies unterstreicht das Dilemma Kiews zwischen Friedensbemühungen und dem Schutz nationaler Interessen.
Während Selenskyj im Januar noch von einem zu »100 Prozent« fertigen Dokument für Sicherheitsgarantien zwischen der Ukraine und den USA sprach, räumte er nach jüngsten Gesprächen ein, dass es noch Arbeit gebe. Russland fordert seit Langem die Übergabe der verbleibenden unter ukrainischer Kontrolle stehenden Gebiete im Donbass, wo russische Streitkräfte langsam vorrücken. Militärexperten schätzen, dass eine vollständige Eroberung der Region, die über einen »Festungsgürtel« aus Städten und Verteidigungsstellungen verfügt, Jahre dauern und massive Truppeneinsätze erfordern könnte, was die Komplexität der Situation verdeutlicht.
Trotz dieser Herausforderungen dankte Selenskyj der US-Regierung für die anhaltende Bereitstellung von Patriot-Flugabwehrsystemen, die für die Abwehr russischer ballistischer Raketen unerlässlich sind. Befürchtungen über Lieferstopps aufgrund des Konflikts am Golf konnten somit vorerst ausgeräumt werden, auch wenn die Menge der gelieferten Systeme nach Selenskyjs Einschätzung nicht ausreicht. Parallel dazu macht die Ukraine Fortschritte bei der eigenen Produktion von Langstreckenraketen und Drohnen, die es den Streitkräften ermöglichen, Ziele tief im russischen Landesinneren anzugreifen und somit eine Eskalationsstufe in der Kriegsführung markieren.

