Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) äußert tiefe Besorgnis über die wiederholten Drohungen von US-Präsident Donald Trump, die Vereinigten Staaten könnten aus der NATO austreten. Wadephul betonte in einem Vorabbericht der Funke Mediengruppe die immense Bedeutung des Bündnisses für die Sicherheit Deutschlands und aller Partner, insbesondere in einer zunehmend unsicheren Welt. Er verteidigte die NATO entschieden gegen Trumps Kritik, indem er ihre Stärke als “erfolgreichstes Verteidigungsbündnis der Welt” unterstrich und dazu aufrief, auf den bisherigen Erfolgen aufzubauen, anstatt diese infrage zu stellen.
Trotz Trumps “Papiertiger”-Kritik und der Ankündigung, die US-Mitgliedschaft nach dem Irankrieg zu überdenken, zeigt sich Wadephul zuversichtlich, einen Austritt abwenden zu können. Er ist überzeugt, dass das klare Bekenntnis und das entschiedene Eintreten der Bündnispartner die USA überzeugen werden, diese Erfolgsgeschichte fortzuschreiben, da ein Austritt nicht im amerikanischen Interesse läge. Wadephul hob zudem hervor, dass ein Alleingang des Präsidenten nicht möglich sei, da die Zustimmung des Senats zwingend erforderlich wäre. Gleichzeitig stellte der deutsche Außenminister erneut eine deutsche Beteiligung an der Absicherung der Seehandelswege im Nahen Osten in Aussicht, sobald der militärische Konflikt beigelegt ist und die rechtlichen Voraussetzungen gegeben sind, was die internationale Kooperationsbereitschaft Deutschlands unterstreicht.
Die Lage im Nahen Osten bleibt derweil extrem angespannt und eskaliert weiter. US-Präsident Donald Trump drohte nach einem Angriff auf die B1-Brücke in Karadsch, Iran, mit der Zerstörung weiterer iranischer Infrastruktur, darunter Brücken und Kraftwerke. Trump erklärte, die US-Armee habe “noch nicht einmal damit begonnen, das zu zerstören, was in Iran noch übrig ist”. Iranischen Medien zufolge forderte der Angriff auf die im Bau befindliche, größte Brücke der Region acht Tote und 95 Verletzte. Parallel dazu beanspruchten die iranischen Revolutionswächter, zum zweiten Mal seit Kriegsbeginn ein US-Kampfflugzeug vom Typ F-35 abgeschossen zu haben, ohne dass dies von US-Seite bestätigt wurde. Diese Entwicklungen signalisieren eine gefährliche Zuspitzung des Konflikts, der bereits erhebliche zivile Opfer fordert und die Infrastruktur der Region schwer beschädigt.
Regionale Auswirkungen zeigen sich in anhaltenden Angriffen: Israel meldete eine neue Welle von Raketenangriffen aus Iran, wobei eine nicht abgefangene Rakete im Zentrum des Landes einschlug und Schäden verursachte, während ein Bahnhof in Tel Aviv durch Splitter beschädigt wurde. Die vom Iran unterstützten Huthi-Milizen im Jemen griffen Israel zum vierten Mal mit ballistischen Raketen an. Zudem wurde die wichtige Mina al-Ahmadi Raffinerie in Kuwait von Drohnen getroffen, was zu Bränden führte. Angesichts dieser eskalierenden Gewalt rief der ehemalige iranische Außenminister Mohammad Javad Zarif in “Foreign Affairs” zu einem “echten Frieden” mit den USA auf, um 47 Jahre der Konflikte zu beenden. Gleichzeitig äußerten über 100 Völkerrechtsexperten aus den USA “ernsthafte Bedenken” hinsichtlich möglicher Kriegsverbrechen durch die US-Streitkräfte, was die humanitäre und rechtliche Dimension des Konflikts unterstreicht.

