Zu Ostern verwandeln sich Deutschlands Straßen traditionell in Engpässe für Millionen Reisende. Auch in diesem Jahr wird Autofahrern auf dem Weg ans Meer, in die Berge oder zu Verwandten wieder viel Geduld abverlangt. Schon vor dem eigentlichen Osterwochenende, insbesondere am Gründonnerstag, galt die Lage als kritisch, mit bereits eingetretenen Staus von teils über zehn Kilometern Länge in nahezu allen Bundesländern. Der ADAC prognostiziert für die Osterfeiertage ein hohes Staurisiko, das sich bis zum Ostermontag fortsetzen wird, wenn der Rückreiseverkehr einsetzt.
Besonders betroffen sind die Hauptreiserouten in den Süden und zu den beliebten Urlaubsregionen. Dazu zählen die A7 von Hamburg über Kassel und Ulm ins Allgäu, die A8 zwischen München und Salzburg sowie die A5 von Karlsruhe nach Basel. Aber auch die Ballungsräume rund um Berlin, München, Hamburg, Frankfurt und Stuttgart werden voraussichtlich überlastet sein. Eine spezifische Warnung gibt es für den Berliner Ring (A10 und A12) sowie die A4 zwischen Dresden und Görlitz, da hier viele in Deutschland lebende Polen ihre Familien und Freunde in der Heimat besuchen. Ursächlich für die Zunahme des Verkehrsaufkommens und die drohenden Staus sind neben der schieren Menge an Reisenden auch zahlreiche Baustellen.
Für diejenigen, die flexibel reisen können, gibt es jedoch Entwarnung für bestimmte Tage. Das Wochenende selbst, also Karsamstag und Ostersonntag, dürfte auf den Straßen merklich entspannter ausfallen. Auch wer seine Fahrt in die späten Abendstunden verlegt, kann dem größten Verkehrschaos entgehen. Der ADAC rät Reisenden, ihre Routen sorgfältig zu planen, Stauwarnungen zu beachten und gegebenenfalls auf weniger frequentierte Zeiten auszuweichen, um stressfreier ans Ziel zu gelangen.
Nicht nur die Straßen, auch die Schienenwege sind von der Osterreisewelle betroffen. Die Deutsche Bahn rechnet mit außerordentlich vollen Zügen, da die Buchungszahlen an einzelnen Tagen deutlich über den Erwartungen liegen – teilweise im zweistelligen Prozentbereich. Dies könnte auch eine direkte Folge der stark gestiegenen Spritpreise sein, die viele Reisende dazu bewegen, auf die Bahn umzusteigen. Auch hier empfiehlt die DB, wenn möglich Karsamstag oder Ostersonntag für die Reise zu nutzen oder Fahrten in den Abendstunden zu wählen, um eine entspanntere Reise zu erleben. Wer früher oder später fahren kann, findet meist noch weniger ausgelastete Verbindungen. Die erhöhte Auslastung betrifft insbesondere die typischen An- und Abreisetage wie Gründonnerstag und Ostermontag.

