Zwei Deutsche sind in Israel festgenommen worden, nachdem sie nahe dem Damon-Gefängnis Fotos gemacht haben sollen. Ein Gericht in Haifa verlängerte ihre Haft am Sonntagabend um 24 Stunden. Die Männer stehen im Verdacht, Sicherheitsanlagen und sicherheitsrelevante Aktivitäten in der Umgebung der Haftanstalt fotografiert zu haben.
Die Anhörung fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Die Behörden machten zunächst keine weiteren Angaben zu den Verdächtigen oder zu den Ergebnissen der ersten Befragungen.
Der Vorfall ereignete sich am Samstagabend. Nach bisherigen Informationen wurden die beiden Männer am Eingang des Gefängnisses bemerkt. Sie sollen das Gelände mit ihren Mobiltelefonen fotografiert haben. Daraufhin wurden zusätzliche Gefängnismitarbeiter zum Eingangsbereich geschickt.
Die Mitarbeiter näherten sich den Männern und überprüften die Situation. Bei einer Kontrolle ihrer Mobiltelefone wurden die Bilder entdeckt. Die Aufnahmen warfen weitere Fragen darüber auf, weshalb sich die beiden Deutschen an diesem Ort aufhielten und warum sie die Fotos gemacht hatten.
Nach dem Fund wurde der Fall an die israelische Polizei übergeben. Sie nahm Ermittlungen auf, um den Ablauf und die möglichen Motive zu klären.
Bislang ist nicht geklärt, warum die Deutschen die Fotos aufgenommen haben. Die Ermittler prüfen, ob die Bilder sicherheitsrelevante Bereiche oder Aktivitäten zeigen. Ebenso bleibt offen, ob die Aufnahmen einen anderen Hintergrund hatten.
Die Behörden haben bisher nicht mitgeteilt, ob die Männer bereits weitere Angaben gemacht haben. Auch ist unklar, ob nach Ablauf der verlängerten Haft zusätzliche Maßnahmen folgen werden. Die Ermittlungen sollen zunächst klären, welche Bedeutung die Aufnahmen haben und ob ein Verstoß gegen geltende Regeln vorliegt.
Das Damon-Gefängnis ist eine Haftanstalt, in der Sicherheitsgefangene und weitere Häftlinge untergebracht sind. Dazu zählen Frauen und Minderjährige. Die Einrichtung ist auch mit Verfahren verbunden, in denen Personen wegen mutmaßlicher Spionage untersucht werden.
In den vergangenen Jahren wurde dort ein besonderer Gefängnisflügel eingerichtet. Er dient der Unterbringung von Dutzenden Beschuldigten und Festgenommenen, deren Fälle mit Spionagevorwürfen in Verbindung stehen.
Ob die beiden deutschen Staatsangehörigen in irgendeiner Weise mit solchen Fällen verbunden sind, ist bislang nicht bekannt. Die Polizei hat keine entsprechenden Beweise öffentlich gemacht. Derzeit stehen die Fotoaufnahmen und die Umstände des Aufenthalts im Mittelpunkt der Untersuchung.
Anfang Oktober kam es in Israel zu einem weiteren Vorfall in der Nähe einer sensiblen Einrichtung. Der Nachrichtensender N12 berichtete, dass ein US-amerikanischer Tourist nahe dem Kirya-Komplex in Tel Aviv festgenommen worden sei.
Der Mann soll die Umgebung des Militärstandorts fotografiert und angekündigt haben, einen Terroranschlag verüben zu wollen. Der Kirya-Komplex zählt zu den wichtigen Einrichtungen der israelischen Streitkräfte.
Nach seiner Festnahme wurde der Tourist Berichten zufolge zu einer psychiatrischen Untersuchung geschickt. Die israelische Polizei bestätigte den Zugriff in einer Stellungnahme. Sie nannte jedoch weder die Nationalität des Mannes noch den genauen Standort oder den konkreten Grund für die Festnahme. Stattdessen verwies sie auf verdächtiges Verhalten.
Es gibt bislang keine bestätigte Verbindung zwischen diesem Vorfall und dem Fall der beiden Deutschen. Beide Ereignisse betreffen jedoch Personen, die sich in der Nähe sicherheitsrelevanter Einrichtungen aufgehalten und dort fotografiert haben sollen.
Die israelischen Behörden müssen nun klären, ob die Bilder der beiden Deutschen eine konkrete Sicherheitsrelevanz besitzen. Auch ihre Absichten sind weiterhin unbekannt. Bislang wurde keine abschließende Bewertung des Vorfalls veröffentlicht.
Die Verlängerung der Haft verschafft den Ermittlern zusätzliche Zeit, um Beweise zu prüfen und weitere Fragen zu klären. Sie stellt jedoch keine Feststellung der Schuld dar. Solange die Untersuchung läuft, bleiben die Hintergründe des Vorfalls offen.

