Der kürzlich zurückgetretene Chef der US-Terrorabwehr, Joe Kent, hat schwere Vorwürfe gegen die Regierung von Ex-Präsident Donald Trump erhoben. Kent, der nach eigenen Angaben aus Sorge um einen möglichen Krieg mit Iran in dieser Woche von seinem Posten zurücktrat, behauptet, hochrangigen Regierungsvertretern sei der direkte Zugang zu Trump verwehrt worden, um Bedenken hinsichtlich der Iran-Luftangriffe vorzutragen. Im Interview mit Tucker Carlson erklärte Kent, interne Zweifel seien bewusst von Trump ferngehalten worden. Der Präsident habe sich stattdessen auf einen engen Beraterkreis gestützt, was eine umfassende Meinungsbildung verhindert habe.
Ein zentraler Punkt von Kents Anschuldigungen ist der angebliche massive Einfluss Israels auf Trumps Iran-Entscheidung. Laut Kent gab es keine unmittelbaren Hinweise auf eine bevorstehende Bedrohung der USA durch Iran. Er behauptet, Israel habe die USA unter Druck gesetzt, indem es mit eigenen militärischen Schritten drohte und so amerikanische Interessen gefährdete. Diese Behauptung untermauerte Kent mit Verweisen auf Aussagen von Marco Rubio und Mike Johnson. Rubio hatte erklärt, Israel hätte Iran ohnehin attackiert, und die USA mussten präventiv handeln, um höhere Verluste zu vermeiden. Wer Kents Zugang zu Trump blockierte, ließ er offen.
Die Äußerungen des ehemaligen Terrorabwehr-Chefs haben unterschiedliche Reaktionen hervorgerufen und gewähren Einblicke in mögliche interne Spannungen der US-Regierung. Trumps Geheimdienstkoordinatorin Tulsi Gabbard wies die Kritik indirekt zurück, indem sie betonte, die Entscheidung über die Bedrohung durch Iran liege allein beim Präsidenten. Eine direkte Bewertung der Angriffe vermied sie. Kents Aussagen, insbesondere seine Andeutungen über eine „israelische Lobby“ in den USA, die sich für die Iran-Angriffe eingesetzt habe, und seine Verbindungen ins ultrarechte Milieu, zogen schwere Vorwürfe des Antisemitismus nach sich.
Ergänzend zu den Kontroversen um seine Aussagen sieht sich Joe Kent auch mit ernsthaften rechtlichen Problemen konfrontiert. Mehrere US-Medien, darunter „Semafor“, die „New York Times“ und CBS, berichten unter Berufung auf Insider, dass Kent seit Monaten unter FBI-Ermittlungen steht. Ihm wird vorgeworfen, geheime Informationen weitergegeben zu haben, was eine schwerwiegende Straftat wäre. Das FBI hat sich zu den laufenden Ermittlungen bisher nicht geäußert. Donald Trump selbst kommentierte Kents Rücktritt als „eine gute Sache“ und bezeichnete seinen ehemaligen Untergebenen, den er selbst nominiert hatte, als „sehr schwach“ in Sicherheitsfragen.

