Die »USS Gerald R. Ford«, Amerikas teuerster Flugzeugträger, kämpft mit erheblichen technischen Problemen, die weit über kleinere Unannehmlichkeiten hinausgehen. Mein Kollege Christoph Seidler berichtet von einem Brand im Lüftungsschacht, dem Ausfall von über 600 Schlafplätzen und insbesondere einem »technischen Albtraum«: dem Toilettensystem. Offenbar vergeht kein Tag ohne größere Ausfälle, was nun eine Notfall-Reparatur auf Kreta nötig macht. Diese Pannen auf dem hochmodernen Schiff, das im Roten Meer operiert, werfen Fragen nach der Zuverlässigkeit und den enormen Kosten moderner Militärtechnologie auf und symbolisieren möglicherweise eine größere Zerbrechlichkeit, die auch in anderen Bereichen spürbar ist.
Parallel dazu scheint in Deutschland das diffuse Gefühl zu wachsen, dass nichts mehr richtig funktioniert. Streiks am BER führen zur Absage von 445 Flügen, während in München und anderen Städten Busse und Bahnen wegen Arbeitsniederlegungen stillstehen. Die Deutsche Bahn, oft ein Symbol für alles, was im Land schiefläuft, kämpft mit einem gigantischen Sanierungsstau und Unpünktlichkeit, wie Bahn-Chefin Evelyn Palla einräumt. Diese wiederkehrenden Betriebsstörungen im öffentlichen Leben verstärken den Eindruck eines Landes im Stillstand, wo selbst grundlegende Infrastruktur Herausforderungen bereithält, die Geduld der Bürger auf die Probe stellen.
Inmitten dieser Tristesse bietet ausgerechnet ein deutscher Autobauer einen Hoffnungsschimmer: BMW hat mit der elektrischen Mittelklasselimousine i3 ein Modell mit 900 Kilometern Reichweite vorgestellt. Während VW, Mercedes und Porsche mit Gewinneinbrüchen und Sparprogrammen kämpfen, hält BMW seine Gewinne stabil, verkauft mehr Elektroautos und erfüllt CO₂-Vorgaben mühelos. Dies steht im Kontrast zur bröckelnden transatlantischen Beziehung, die nach Kanzler Scholz’ Äußerungen und Donald Trumps Kritik an der europäischen Nahostpolitik zunehmend als zerrüttet wahrgenommen wird. Die einst unkaputtbare Freundschaft zwischen den USA und Deutschland scheint einer Paartherapie zu bedürfen, in der ein Partner poltert und der andere bangt.
Abseits dieser großen Themen gibt es weitere bemerkenswerte Nachrichten: Der SPIEGEL deckte auf, dass eine Initiative gegen Fluorid von einem Zahnpastahersteller finanziert wurde, und antisemitische Vorfälle in NS-Gedenkstätten nehmen drastisch zu. Meta dreht seinem Metaverse-Projekt den Saft ab, E-Scooter-Vermieter sollen künftig bei Unfallschäden haften, und eine Kollegin plädiert dafür, Kinder auch auf die Realschule zu schicken statt nur aufs Gymnasium zu drängen. Sogar Udo Lindenberg bekommt einen eigenen Panik-Express im Miniatur Wunderland. Kulinarisch locken Sauerkraut-Speck-Puffer, und für Unterhaltung sorgen die Serie »Young Sherlock« sowie der Debütroman »Oroppa«.

