Die US-Militäroperation „Epic Fury“ gegen den Iran, auf vier Wochen angesetzt, hat massive Zerstörungen im Iran hinterlassen. Die Rechtfertigung des amerikanisch-israelischen Angriffs löst im SPIEGEL kontroverse Debatten aus: Maximilian Popp warnt vor Eskalation und unwahrscheinlicher Demokratisierung. Katrin Elger sieht darin eine Chance für die unterdrückte Bevölkerung und einen überfälligen Regimewechsel. Nicola Abé befürchtet Chaos und die tiefe Verwurzelung des Regimes, während Nikolaus Blome die Militäroperation befürwortet, um den Mullahs „das Handwerk zu legen“. Eine Mehrheit der SPIEGEL-Leser hält den Militärschlag jedoch für nicht gerechtfertigt.
Obwohl Deutschland lediglich Zuschauer des Konflikts ist, sind die wirtschaftlichen Auswirkungen bereits spürbar. Die Furcht vor Versorgungsengpässen ließ den europäischen Gaspreis an der Börse in Amsterdam um fast 50 Prozent in die Höhe schnellen. Der Preisschub erreicht Autofahrer durch steigende Ölpreise oft binnen Tagen. Experten warnen, dass der Ölpreis die Inflation wieder anheizen könnte, was erhebliche Folgen für die deutsche und globale Wirtschaft bedeuten würde. Die volatile Lage am Energiemarkt verlangt nach vorausschauenden Strategien.
Neben den ökonomischen Folgen steigt in Deutschland auch das Anschlagsrisiko. Sicherheitspolitiker sind besorgt über potenzielle Vergeltungsmaßnahmen durch iranische Schläferzellen in Europa. Israels Botschafter Ron Prosor warnte explizit vor Racheakten auf deutschem Boden und betonte die Notwendigkeit erhöhter Wachsamkeit. Das Bundesamt für Verfassungsschutz sieht eine „weiterhin hohe abstrakte Gefährdung für Einrichtungen in Deutschland, die Israel und den USA nahestehen“. Besonders jüdische, israelische und US-amerikanische Institutionen gelten als potenzielle Ziele.
Parallel zu den globalen Krisen spitzt sich in Baden-Württemberg der Wahlkampf zu. Eine Woche vor der Abstimmung liegen Grüne und CDU mit Cem Özdemir und Manuel Hagel fast gleichauf. Özdemir wird als „tiefenentspannt“ beschrieben, während Hagel Probleme „wegzuplaudern“ versucht. Die CDU beklagt eine „Rufmordkampagne“ nach Sexismusvorwürfen gegen Hagel, ausgelöst durch ein altes Video. Özdemir hatte allerdings schon vor dieser Affäre in Umfragen aufgeholt. Die Wahlkampfstrategie, alles auf Özdemirs Person zuzuschneiden, könnte sich als richtig erweisen. Weitere Meldungen betreffen SPD-Kompromiss beim Spitzensteuersatz, einen ukrainischen Drohnenangriff und die Bahnsanierungen.

