Ein internationaler Zusammenschluss von Aktivistinnen und Aktivisten hat eine umfassende Solidaritätsaktion für Kuba ins Leben gerufen, um die von US-Sanktionen betroffene Bevölkerung zu unterstützen. Unter dem Namen “Konvoi Nuestra América” werden dringend benötigte Hilfsgüter auf See- und Luftweg in die kubanische Hauptstadt Havanna gebracht. Die Initiative erfährt prominente Unterstützung, darunter von der schwedischen Klimaaktivistin Greta Thunberg, die sich in einem Videobeitrag für die Hilfslieferungen aussprach. Diese Aktion symbolisiert einen starken Gegenwind zu den politischen Spannungen, die die Insel seit Jahrzehnten prägen.
Die praktischen Schritte der Hilfsaktion sind bereits in vollem Gange. Ein Motorboot startete mit rund 20 Tonnen Hilfsgütern vom mexikanischen Hafen Progreso auf der Halbinsel Yucatán in Richtung Kuba. An Bord riefen die Aktivist*innen Parolen wie “Blockade, nein. Kuba, ja!”, um ihren Protest gegen das US-Embargo auszudrücken. Ergänzend dazu sollen zwei Segelboote von der Insel Isla Mujeres in Mexiko auslaufen. Zuvor waren bereits Aktivisten aus Europa per Flugzeug mit Hilfspaketen in Havanna angekommen, was die breite internationale Beteiligung unterstreicht. Mehrere Gruppen planen, sich am bevorstehenden Internationalen Tag der Solidarität mit Kuba in Havanna zu versammeln, wo bereits Persönlichkeiten wie der britische Ex-Labour-Chef Jeremy Corbyn und David Adler von Progressive International empfangen wurden.
Die Dringlichkeit dieser Hilfsaktion ist vor dem Hintergrund der langjährigen Leiden der kubanischen Bevölkerung durch die US-Handelsembargos zu verstehen. Die Situation hat sich insbesondere seit Beginn der zweiten Amtszeit von US-Präsident Donald Trump dramatisch verschärft. Trump ließ die Insel gezielt vom Zugang zu Erdöl abschneiden, indem er venezolanische Öllieferungen nach der Inhaftierung des venezolanischen Staatschefs Nicolás Maduro blockierte. Zusätzlich zu diesen wirtschaftlichen Maßnahmen drohte Trump mehrfach, Kuba zu übernehmen, was die ohnehin prekäre Versorgungslage weiter verschärfte und die Notwendigkeit internationaler Solidarität unterstreicht.
Trotz der anhaltenden Solidaritätsaktionen und verschärften Sanktionen gibt es auch Zeichen diplomatischer Bewegung. Die USA und Kuba haben bilaterale Gespräche aufgenommen, auch wenn die Standpunkte beider Seiten weiterhin stark auseinandergehen. Die kubanische Regierung, vertreten durch den stellvertretenden Außenminister Carlos Fernández de Cossio, hat unmissverständlich klargestellt, dass weder das politische System noch ein möglicher Führungswechsel auf der Insel Gegenstand dieser Verhandlungen seien. Die USA hingegen verfolgen das Ziel eines wirtschaftlichen und politischen Wandels auf Kuba. Diese Gemengelage aus internationaler Solidarität und tief verwurzelten politischen Spannungen prägt weiterhin die komplexe Lage auf der Karibikinsel.
