Ein besorgniserregender Vorfall erschüttert Brandenburg: Auf einer Teenager-Party in einem Club in Falkenberg kam es am vergangenen Samstag zu rassistischen Parolen, die zum Partyhit “L’Amour toujours” gegrölt wurden. Ein auf Instagram veröffentlichtes Video der Veranstaltung löste weitreichende Empörung aus. Laut Clubbetreiber Tino Veit waren etwa 100 bis 150 Kinder und Jugendliche ab elf Jahren anwesend. Veit drückte sein tiefes Bedauern über die Entstellung des Liedes aus, insbesondere im Kontext einer Kinderveranstaltung. Er kündigte an, künftig die DJs besser auf derartige Situationen vorzubereiten, um schnell eingreifen zu können, und betonte seine offene und antiradikale Haltung.
Der Vorfall ereignete sich unter schwierigen Umständen: Der geplante DJ erschien nicht, woraufhin eine Playlist abgespielt wurde, die “L’Amour toujours” enthielt. Während der Clubbetreiber mit der Suche nach einem Ersatz-DJ beschäftigt war, erklangen die rassistischen Parolen. Der später eingetroffene Ersatz-DJ spielte das Lied ein weiteres Mal, zeigte sich jedoch überrascht von der Reaktion der Jugendlichen. Als Tino Veit das Eskalieren der Situation bemerkte, schritt er ein, drehte die Musik leiser und stellte klar, dass der gegrölte Text nicht zum Lied gehöre. Die Notwendigkeit schneller Reaktion und Sensibilisierung für solche Inhalte wurde durch diesen Ablauf schmerzlich deutlich.
Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) äußerte sich auf Instagram fassungslos über den Vorfall. Er kritisierte scharf, dass es zwei Schleifen des Liedes brauchte, bis jemand einschritt. “Jugendliche grölen Naziparolen und keiner greift ein. Ich bin fassungslos. Wir dürfen dazu niemals schweigen!”, schrieb Woidke. Dieser Vorfall reiht sich ein in eine Serie ähnlicher Ereignisse: Der über 20 Jahre alte Partyhit “L’Amour toujours” mit seinem textlosen Refrain wird seit Jahren für rassistische Parolen missbraucht. Besondere Aufmerksamkeit und Empörung erregte bereits 2024 ein Video, das Feiernde in einer Bar auf Sylt zeigte, die zur Melodie des Liedes ebenfalls rassistische Parolen sangen.
Die wiederholte Instrumentalisierung populärer Musik für fremdenfeindliche Botschaften offenbart eine alarmierende Tendenz in Teilen der Jugendkultur und unterstreicht die dringende Notwendigkeit, Hass und Diskriminierung aktiv entgegenzutreten. Solche Vorkommnisse erfordern nicht nur schnelle Intervention vor Ort, sondern auch eine breitere gesellschaftliche Auseinandersetzung mit den Ursachen und der Verbreitung von rassistischem Gedankengut. Der Vorfall in Falkenberg ist ein weiterer Weckruf für Eltern, Pädagogen und Veranstalter, wachsam zu bleiben und klare Haltung gegen jede Form von Rassismus und Extremismus zu zeigen.
