Deutschlands Verbraucher stehen vor einem neuen Teuer-Schock, da die Strompreise nach Beginn des Irankriegs um rund 15 Prozent gestiegen sind. Dies ist eine direkte Folge der gestiegenen Erdgaspreise im Großhandel, da die Straße von Hormus – eine zentrale Route für Flüssigerdgas (LNG) – seit dem Angriff auf Iran faktisch blockiert ist. Ökonomen des Kiel Instituts für Weltwirtschaft prognostizieren, dass die Inflationsrate dieses Jahr auf 2,5 Prozent steigen könnte, sollte der Konflikt abklingen. Eskaliert der Krieg jedoch weiter, warnen pessimistischere Experten vor einer Inflationsrate von bis zu sechs Prozent, was jegliche Wachstumsaussichten zunichtemachen würde. Die schwächelnde deutsche Wirtschaft und die Konsumzurückhaltung der Verbraucher machen eine neue Energiepreiskrise zu einem ernsthaften Problem.
Indessen plant Friedrich Merz, Vorsitzender der CDU, ein Gespräch mit dem ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump am Wochenende und erwägt eine Einladung Trumps nach Rheinland-Pfalz, der Heimat seiner Vorfahren. Merz räumte jedoch ein, dass Trump derzeit „nicht so ganz gut auf mich zu sprechen“ sei. Diese politische Initiative kommt zu einer Zeit, in der die Berliner Koalition, in der auch Merz’ CDU vertreten ist, interne Spannungen erlebt. Die bevorstehende Landtagswahl in Rheinland-Pfalz könnte die Regierungsarbeit weiter erschweren. Ein Sieg oder eine Niederlage hätte unkalkulierbare Folgen für Merz und Vizekanzler Lars Klingbeil (SPD), insbesondere da die FDP in Rheinland-Pfalz um ihr Überleben kämpft und unter der Fünfprozenthürde liegt.
Ein weiteres drängendes Thema ist der Schutz vor Online-Missbrauch. Ein SPIEGEL-Team hat Wochen lang recherchiert und einen brisanten Fall sexualisierter Gewalt im Internet aufgedeckt, der sich meist gegen Frauen richtet. Die Schauspielerin Collien Fernandes hat ihren Ex-Mann Christian Ulmen in Spanien angezeigt. Der Vorwurf: Ulmen soll in ihrem Namen Profile auf sozialen Medien wie LinkedIn erstellt, mit Männern gechattet und pornografisches Material verschickt haben, das den Eindruck erwecken sollte, es zeige sie. Obwohl für Ulmen die Unschuldsvermutung gilt, zeigt dieser Fall die Lücken im deutschen Strafrecht auf. Da Ulmen und Fernandes zuletzt in Spanien lebten und das spanische Recht hier fortschrittlicher ist, wurde die Anzeige dort erstattet. Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) plant, im Frühjahr ein Gesetz zum Schutz vor digitaler Gewalt vorzulegen, um Identitätstäuschung und Deepfakes im Internet besser zu regulieren und Opfern mehr juristische Möglichkeiten zu geben.
Neben diesen Hauptthemen gibt es weitere Nachrichten, die die aktuelle Lage prägen: Der ehemalige Milliardär René Benko steht unter Verdacht der Steuerhinterziehung in Höhe von 26 Millionen Euro, wobei seine angeblichen Steuertricks sogar Kleinstanschaffungen wie Hundehalsbänder betrafen. Ein US-Gericht sah Elon Musks Kursmanipulation bei der Twitter-Übernahme als erwiesen an, während restriktive Presseregeln des Pentagon teils als verfassungswidrig eingestuft wurden. Digitalminister Karsten Wildberger warnt vor dramatischen Jobverlusten durch KI, sieht aber auch Chancen. Zudem formiert sich in Südkorea eine rechte Protestbewegung um den Anführer Park Joon Young, die den verurteilten Ex-Präsidenten Yoon Suk-yeol verehrt.

