Die slowenische Regierung hat eine drastische Maßnahme zur Sicherung der Treibstoffversorgung angekündigt: Ab Sonntag wird die Abgabe von Benzin und Diesel an Tankstellen rationiert. Autofahrer dürfen künftig nur noch maximal 50 Liter pro Tag tanken, während für Unternehmen ein Limit von 200 Litern gilt. Ministerpräsident Robert Golob begründete diesen Schritt auf einer Pressekonferenz in Ljubljana mit der angespannten Versorgungslage, die im Text des Originaltextes implizit dem Irankrieg zugeschrieben wird, hauptsächlich aber dem expliziten Tanktourismus geschuldet ist. Die genaue Kontrolle der Einhaltung dieser neuen Regelung wurde vorerst nicht detailliert.
Diese Rationierung erfolgt in einem Land, das bereits seit Längerem eine amtliche Preiskontrolle für Treibstoff praktiziert, um die Preise niedrig zu halten. Aktuell kostet ein Liter Benzin 95 Oktan 1,466 Euro und ein Liter Diesel 1,528 Euro. Diese Preisobergrenze wurde jedoch erst am Freitag für Autobahntankstellen aufgehoben, wo Autofahrer nun mit etwa 1,70 Euro pro Liter deutlich mehr bezahlen. Die Treibstoffpreise werden landesweit nur alle zwei Wochen angepasst. Zur weiteren Entlastung hatte die Regierung die Steuern auf Kraftstoffe bereits Anfang März deutlich gesenkt.
Die Hauptursache für die nun eingeführte Rationierung ist laut der slowenischen Regierung der stark angestiegene Tanktourismus. Insbesondere Autofahrer aus Österreich und Italien, wo die Treibstoffpreise wesentlich höher liegen, nutzten die günstigen Preise in Slowenien. Ministerpräsident Golob betonte, dass die nationalen Treibstofflager gefüllt seien und es keine Engpässe bei den Reserven gäbe. Die Probleme lägen vielmehr in der schnellen und ausreichenden Auslieferung des Treibstoffs zu den Tankstellen, um die erhöhte Nachfrage durch den Tanktourismus zu decken.
Die Einführung der Rationierung fällt zudem mit einem wichtigen politischen Ereignis zusammen: An diesem Sonntag wird in Slowenien ein neues Parlament gewählt. Umfragen deuten auf ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen dem linksliberalen Regierungslager unter Ministerpräsident Robert Golob, der seit 2022 mit Sozialdemokraten und Linken regiert, und der rechtskonservativen Opposition unter dem ehemaligen Ministerpräsidenten Janez Janša hin. Ein Sieg Janšas könnte Slowenien potenziell in eine stärkere Achse mitteleuropäischer, rechtspopulistisch regierter Länder wie Ungarn, Tschechien und der Slowakei rücken, die sich durch eine kritische Haltung gegenüber der EU auszeichnen.

