Stiftung Warentest schlägt Alarm: In einer aktuellen Untersuchung wurden in sechs von 18 Spiel- und Bastelsanden potenziell krebserregende Asbestfasern entdeckt. Der „Dekosand dunkelblau“ von Heku zeigte dabei die höchste Belastung. Weitere betroffene Marken sind Deco, idee Creativmarkt, Pei You, Sablimage und Moses. Diese erneuten Funde von Asbest, der als Sondermüll klassifiziert ist, in Produkten für Kinder sind zutiefst besorgniserregend und erfordern umgehende Aufmerksamkeit. Die Stiftung Warentest warnt alle Verbraucher mit Nachdruck, da solche Kontaminationen trotz des Verbots von Asbest im Bauwesen seit 1993 weiterhin auftreten können und ein erhebliches Gesundheitsrisiko darstellen. Die Ergebnisse unterstreichen die Dringlichkeit, die Herkunft von Rohstoffen für Kinderprodukte genauer zu prüfen und strengere Kontrollen einzuführen, um die Sicherheit der Jüngsten zu gewährleisten.
Reiner Metzger von der Stiftung Warentest gibt klare Handlungsanweisungen: „Wer einen der betroffenen Sande zu Hause hat, sollte ihn sofort sicher verschließen und nicht mehr anfassen.“ Es wird explizit betont, dass herkömmlicher Sandkastensand von dieser Warnung ausgenommen ist. Die Hauptgefahr besteht im Umgang mit den kontaminierten Sanden im losen, trockenen Zustand, da dabei Asbestfasern freigesetzt werden, deren Einatmen zu ernsthaften Gesundheitsschäden führen kann. Für die sichere Entsorgung sind höchste Vorsichtsmaßnahmen zu treffen: Beim Hantieren mit offenen Verpackungen sind FFP2-Maske und Handschuhe zwingend. Der Sand sollte leicht angefeuchtet werden, um Staubbildung zu verhindern, und anschließend doppelt eingetütet als Sondermüll entsorgt werden. Oberflächen sind feucht abzuwischen; Staubsaugen muss vermieden werden, da dies Fasern aufwirbeln und verbreiten würde.
Asbest ist eine Gruppe natürlich vorkommender faserartiger Minerale, die aufgrund ihrer hitzebeständigen Eigenschaften lange Zeit im Baugewerbe verwendet wurden. In Deutschland ist die Herstellung und Verwendung von Asbest jedoch seit 1993 aufgrund seiner nachweislich krebserzeugenden Wirkung verboten. Im „Dekosand dunkelblau“ von Heku wurden Tremolit mit einem Massenanteil von ein bis fünf Prozent sowie Chrysotil, in einer Probe ebenfalls mit ein bis fünf Prozent, nachgewiesen. In fünf weiteren Produkten wurde Tremolit in Anteilen von jeweils unter einem Prozent festgestellt. Diese detaillierte Identifizierung der Asbestarten und ihrer Konzentrationen verdeutlicht die Ernsthaftigkeit der Kontamination und das potenzielle Gesundheitsrisiko für Nutzer, auch bei geringen Mengen. Die Einhaltung strenger Qualitätskontrollen bei der Rohstoffbeschaffung ist unerlässlich, um solche gefährlichen Funde zukünftig zu verhindern und das Vertrauen der Verbraucher zurückzugewinnen.
Nach den Funden hat die Stiftung Warentest alle betroffenen Anbieter umgehend informiert. Sämtliche Produkte wurden daraufhin sofort aus dem Handel genommen. Diese prompte Reaktion der Unternehmen ist ein wichtiger Schritt zur Schadensbegrenzung, zeigt aber auch, dass solche Kontaminationen ein wiederkehrendes Problem darstellen. Die aktuelle Untersuchung ist nicht der erste Fall; erst kürzlich gab es weitere Rückrufaktionen für Produkte, die ebenfalls mit Asbest belastet sein könnten. Verbraucher, die unsicher sind, ob sie betroffene Artikel besitzen, sollten die detaillierten Informationen der Stiftung Warentest konsultieren oder sich an Verbraucherzentralen wenden. Expertin Kerstin Effers von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen hat bereits umfassende Ratschläge zur Erkennung und sicheren Entsorgung solcher Produkte gegeben, um die öffentliche Gesundheit zu schützen und die weitere Ausbreitung der gefährlichen Fasern zu verhindern.

