In Deutschland werden neue Wohngebäude immer häufiger mit Wärmepumpen ausgestattet. Laut Angaben des Statistischen Bundesamts wird die Technik inzwischen in der klaren Mehrheit der Neubauten eingesetzt. Der Anteil ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen.
Im vergangenen Jahr wurden 73,6 Prozent der rund 58.900 fertiggestellten Wohngebäude mit Wärmepumpen beheizt. Damit hat sich die Technologie innerhalb eines Jahres weiter deutlich durchgesetzt. Vor fünf Jahren lag der Anteil noch rund 30 Prozentpunkte niedriger. Im Jahr 2015 war nicht einmal jedes dritte neue Gebäude mit einer Wärmepumpe ausgestattet.
Besonders stark ist der Trend bei Ein- und Zweifamilienhäusern. Dort liegt der Anteil inzwischen bei fast 80 Prozent. In Gebäuden mit drei oder mehr Wohnungen ist die Verbreitung geringer. Hier kommen Wärmepumpen in etwa 53 Prozent der Neubauten zum Einsatz.
Der starke Anstieg zeigt einen grundlegenden Wandel im deutschen Heizungsmarkt. Immer mehr Bauherren setzen auf erneuerbare Technologien. Insgesamt werden knapp vier von fünf Neubauten inzwischen überwiegend mit erneuerbarer Energie beheizt. 2015 lag dieser Anteil noch bei rund 38 Prozent.
Neben Wärmepumpen kommen in einem kleinen Teil der Neubauten auch andere erneuerbare Heizsysteme zum Einsatz. Dazu zählen unter anderem Holzheizungen, Solarthermie sowie Biogas und Biomethan. Diese machen zusammen etwa fünf Prozent der neuen Gebäude aus.
Fossile Heizsysteme verlieren dagegen deutlich an Bedeutung. Gasheizungen werden nur noch in etwa jedem zehnten Neubau installiert. Noch im Jahr 2015 lag dieser Anteil bei über 50 Prozent. Ölheizungen spielen im Neubau praktisch keine Rolle mehr und kommen nur noch in einem sehr kleinen Anteil der Gebäude vor.
Auch Fernwärme bleibt ein wichtiger Bestandteil im Neubau. Sie wird in etwas mehr als acht Prozent der neuen Gebäude genutzt und ist damit die drittwichtigste Heizquelle.
Die Entwicklung im Neubau steht im starken Kontrast zum Gebäudebestand in Deutschland. Dort dominiert weiterhin Gas mit einem Anteil von rund 54 Prozent. Etwa ein Viertel der Bestandsgebäude wird noch mit Heizöl betrieben. Erneuerbare Energien spielen im Bestand bislang nur eine untergeordnete Rolle.
Diese Unterschiede zeigen, dass der Umbau des deutschen Wärmesektors vor allem über Neubauten voranschreitet. Während neue Gebäude zunehmend klimafreundlich geplant werden, verläuft die Umstellung im bestehenden Gebäudebestand deutlich langsamer.
Politisch war die Entwicklung in den vergangenen Jahren stark umstritten. Wärmepumpen standen im Mittelpunkt der Debatte um das sogenannte Heizungsgesetz. Die Vorgaben wurden inzwischen angepasst und teilweise gelockert. Dennoch bleibt das Ziel bestehen, den Einsatz fossiler Energien im Gebäudesektor langfristig deutlich zu reduzieren.
Bis 2045 soll Deutschland klimaneutral werden. Dafür muss insbesondere der Gebäudebereich weiter umgebaut werden. Experten sehen den starken Anstieg von Wärmepumpen im Neubau als wichtigen Schritt in diese Richtung. Gleichzeitig bleibt die große Herausforderung, auch den alten Gebäudebestand energetisch zu modernisieren.

