Mehrere Staaten warnen vor Aktivitäten nordkoreanischer IT-Fachkräfte im internationalen Arbeitsmarkt. Nach Angaben des Auswärtigen Amts nutzt Nordkorea ein großes Netzwerk von IT-Spezialisten, die innerhalb und außerhalb des Landes eingesetzt werden.
Die Fachkräfte sollen laut der gemeinsamen Warnung versuchen, falsche Identitäten zu verwenden und über digitale Arbeitsplattformen Einkommen zu erzielen. Die Einnahmen könnten nach Einschätzung der beteiligten Staaten zur Unterstützung der nordkoreanischen Raketen- und Atomprogramme genutzt werden.
Nordkoreanische IT-Mitarbeiter treten demnach auf Onlineplattformen für Jobs und digitale Dienstleistungen oft unter anderen Namen oder mit falschen Angaben auf. Dadurch versuchen sie, Aufträge von Unternehmen aus verschiedenen Ländern zu erhalten.
Neben der Erzielung von Einkommen stehen auch Sicherheitsrisiken im Mittelpunkt der Warnung. Die Fachkräfte sollen in einigen Fällen an Industriespionage beteiligt sein. Dabei könnten Daten, vertrauliche Informationen und digitale Vermögenswerte wie Kryptowährungen entwendet werden.
Die beteiligten Staaten erklären, dass die Methoden der nordkoreanischen IT-Netzwerke immer professioneller werden. Dabei würden auch moderne Technologien wie Künstliche Intelligenz genutzt, um Identitäten besser zu verschleiern und Aktivitäten weltweit auszubauen.
Unternehmen werden aufgefordert, ihre Sicherheitsmaßnahmen zu verbessern. Besonders Plattformen für Onlinearbeit sollen strengere Prüfungen einführen. Dazu gehören bessere Verfahren zur Identitätskontrolle und eine genauere Überprüfung von Nutzern.
Die gemeinsame Erklärung wurde von Deutschland, den USA, Japan, Südkorea, Australien, Frankreich, Italien, Kanada, Neuseeland, Großbritannien und den Niederlanden veröffentlicht. Die Staaten wollen damit Unternehmen und Organisationen auf mögliche Gefahren aufmerksam machen.
Nordkorea steht seit Jahren wegen seines Atom- und Raketenprogramms international unter Druck. Trotz verschiedener Sanktionen der Vereinten Nationen entwickelt das Land seine militärischen Programme weiter.
Im Jahr 2023 erklärte Nordkorea seinen Status als Atommacht in der eigenen Verfassung. Die USA und ihre Partner gehen davon aus, dass das Land verschiedene illegale Methoden nutzt, um seine Programme zu finanzieren.
Dazu zählen nach Einschätzung internationaler Behörden unter anderem Cyberangriffe, der Diebstahl digitaler Werte und Geldwäsche. Digitale Aktivitäten spielen dabei eine immer größere Rolle.
Die Warnung zeigt, dass internationale Zusammenarbeit im Bereich Cybersicherheit weiter an Bedeutung gewinnt. Regierungen und Unternehmen sollen enger zusammenarbeiten, um digitale Risiken frühzeitig zu erkennen.
Experten erwarten, dass Cyberbedrohungen durch staatlich unterstützte Gruppen in den kommenden Jahren weiter zunehmen können. Unternehmen müssen daher ihre Schutzmaßnahmen regelmäßig überprüfen und an neue Methoden anpassen.
Die beteiligten Länder betonen, dass eine bessere Kontrolle digitaler Arbeitsangebote helfen kann, Missbrauch zu verhindern. Gleichzeitig bleibt die internationale Gemeinschaft gefordert, gegen illegale Cyberaktivitäten vorzugehen

