Deutschland will seine Verteidigung weiter ausbauen und mehr Verantwortung in der NATO übernehmen. Das erklärten US-Verteidigungsminister Pete Hegseth und Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius bei einem Treffen. Im Mittelpunkt standen höhere Ausgaben, mehr Waffenproduktion und eine engere Zusammenarbeit zwischen Deutschland und den USA.
Hegseth verwies auf das Ziel, dass die NATO-Staaten deutlich mehr für ihre Verteidigung ausgeben. US-Präsident Donald Trump hatte dafür eine Marke von fünf Prozent des Bruttoinlandsprodukts genannt. Hegseth sagte jedoch, dass mehr Geld allein nicht ausreiche. Auch die Einsatzbereitschaft der Truppen und die Produktion von Waffen müssten steigen.
Der US-Minister bezeichnete die geplanten Veränderungen als „NATO 3.0“. Deutschland spiele dabei eine wichtige Rolle. Nach seinen Worten habe das Land bei den neuen Zielen bereits große Fortschritte gemacht.
Deutschland bewege sich näher an das Ziel von fünf Prozent. Damit setze Berlin die Zusagen um, die beim NATO-Gipfel in Den Haag im vergangenen Jahr gemacht wurden. Hegseth betonte aber, dass höhere Verteidigungsausgaben nur der erste Schritt seien.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Rüstungsproduktion. Hegseth forderte mehr Produktion auf beiden Seiten des Atlantiks. Die große deutsche Industrie solle stärker für die gemeinsame Verteidigung genutzt werden.
Auch die USA wollen ihre eigene Industrie ausbauen. Hegseth verwies dabei auf den Plan „Arsenal of Freedom“. Er soll die industrielle Basis der USA stärken. Mehr Waren sollen im eigenen Land hergestellt werden. Zugleich sollen neue Arbeitsplätze entstehen.
Deutschland und die USA wollen auch bei der Beschaffung von Waffen enger zusammenarbeiten. Hegseth und Pistorius unterzeichneten dazu eine Vereinbarung. Sie verbindet die Reform der amerikanischen Beschaffung mit dem deutschen Gesetz zur schnelleren Beschaffung von Verteidigungsgütern.
Nach Angaben von Hegseth kann dies neue gemeinsame Projekte ermöglichen. Dazu gehören die Entwicklung und Herstellung von Waffen. Auch eine Fertigung unter Lizenz ist möglich. Zudem soll die Wartung von militärischen Systemen ausgebaut werden.
Das gemeinsame Ziel sei eine schnellere Lieferung moderner Systeme. Diese sollen den Streitkräften der USA, Deutschlands und anderer NATO-Staaten zur Verfügung stehen. Dabei gehe es auch um eine größere Produktionsmenge.
Pistorius betonte die höheren deutschen Verteidigungsausgaben. Deutschland unterstütze die neue Ausrichtung der NATO. Das Land wolle zudem einen größeren Teil der Verantwortung für die Sicherheit Europas übernehmen.
Nach Angaben des Ministers hat Deutschland seine Verteidigungsausgaben seit dem vergangenen Jahr um 25 Prozent erhöht. Das entspreche rund 147 Milliarden US-Dollar. Deutschland investiere damit stärker in seine Streitkräfte und neue militärische Fähigkeiten.
Pistorius verwies auch auf deutsche Käufe in den USA. Berlin investiere dort in moderne Waffensysteme. Gleichzeitig übernehme Deutschland eine größere Rolle innerhalb der NATO.
Ein wichtiger Bereich ist die Ostflanke des Bündnisses. Deutschland stärkt dort seine militärische Präsenz. Dazu gehört eine deutsche Panzerbrigade in Litauen. Sie soll zur Abschreckung und zur Sicherheit in der Region beitragen.
Auch die Unterstützung der Ukraine bleibt Teil der deutschen Verteidigungspolitik. Pistorius sagte, Deutschland wolle gemeinsam mit seinen Partnern die Sicherheit der NATO stärken.
Deutschland investiert zudem in neue Technik. Dazu gehören Fähigkeiten im Weltraum und Systeme für präzise Angriffe über große Entfernungen. In dieser Woche soll außerdem das erste deutsche F-35A-Kampfflugzeug vorgestellt werden.
Pistorius sieht in der Vereinbarung mit den USA eine Grundlage für eine engere Zusammenarbeit. Beide Länder wollen ihre Produktion von Verteidigungsgütern erhöhen. Dadurch soll Deutschland zu einem noch stärkeren NATO-Partner werden.
Der Minister sprach sich zugleich für eine größere europäische Rolle in der NATO aus. Europa müsse mehr Verantwortung für die eigene Sicherheit übernehmen. Gleichzeitig solle die enge Verbindung mit den USA erhalten bleiben.
Damit setzt Deutschland auf zwei Ziele. Europa soll stärker für seine eigene Verteidigung sorgen. Zugleich soll die Zusammenarbeit mit den USA bei Waffen, Produktion und Sicherheit weiter wachsen.

