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Home»Politik»Krankenkassen Reform: SPD lehnt Leistungskürzungen vehement ab
Politik

Krankenkassen Reform: SPD lehnt Leistungskürzungen vehement ab

By March 28, 20262 Mins Read
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Die deutsche Koalition ringt um eine tiefgreifende Reform der gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) angesichts stark steigender Ausgaben. Die mitregierende SPD positioniert sich klar gegen jegliche Einschnitte zulasten der Patientinnen und Patienten. Fraktionsvize Dagmar Schmidt betonte vor der Vorstellung von Expertenempfehlungen, dass „Leistungskürzungen oder weitere Belastungen für die Versicherten“ tabu seien. Die Beitragszahler leisteten bereits einen erheblichen Beitrag, allein über die Zusatzbeiträge würden bis 2026 voraussichtlich 65 bis 70 Milliarden Euro zur Stabilisierung des Systems beigetragen. Trotz dieser Vorleistungen wird für 2027 eine Finanzierungslücke von mindestens 12 bis 14 Milliarden Euro erwartet, was den dringenden Reformbedarf unterstreicht.

Für die SPD liegen die Kernprobleme der GKV nicht auf der Einnahmeseite, sondern in ineffizienten Strukturen. Schmidt hob hervor, dass Reformen im Fokus stehen müssten, die gleichzeitig die Versorgungsqualität verbessern und die Kosten senken. Konkrete Ansatzpunkte hierfür sind eine konsequente Krankenhausreform, eine effektivere Steuerung der Notfallversorgung sowie ein massiver Digitalisierungsschub im Gesundheitswesen. Ziel sei es, schnell in die Umsetzung zu kommen, um ein gerechtes und stabiles Gesundheitssystem für die Zukunft zu sichern und neue Anhebungen der Zusatzbeiträge zu vermeiden. Dies verdeutlicht den strategischen Ansatz der SPD, strukturelle Mängel zu beheben, anstatt einfach die Last auf die Versicherten abzuwälzen.

Auch andere Akteure melden sich zu Wort. Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger forderte in der „Welt am Sonntag“ echte Effizienzanreize und den wirksamen Abbau von Überkapazitäten in Krankenhäusern. Zudem seien die Kosten für Bürokratie und Verwaltung im System zu hoch. Dulger sorgte mit dem Vorschlag für Diskussionen, am ersten Krankheitstag keinen Lohn zu zahlen, dafür aber bei längerer Krankheit einen Tag länger. Dieser kontroverse Vorschlag zeigt die unterschiedlichen Vorstellungen darüber auf, wie die Kosten im Gesundheitssystem gesenkt und die Arbeitgeber entlastet werden könnten, ohne die Leistungsseite direkt zu beeinträchtigen.

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz kritisiert ebenfalls das bestehende System. Vorstand Eugen Brysch erklärte, dass die „Ausgabenexplosion“ bei Kliniken und Arztpraxen nicht allein den Patienten anzulasten sei. Er monierte ein „absurdes Vergütungssystem“, das die Branche selbst geschaffen habe, indem es vor allem Arzt-Patienten-Kontakte honoriere, ohne Rücksicht auf den tatsächlichen Gesundheitszustand der Patienten. Das Zusammenspiel von Krankenhäusern und Praxen, beispielsweise bei der Nachsorge nach Klinikentlassungen, funktioniere weiterhin schlecht. Solange diese grundlegenden Probleme nicht behoben würden, werde im Gesundheitswesen weiterhin viel Geld für schlechte Leistungen bezahlt, so Bryschs Fazit.

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