Eintracht Frankfurts Rasmus Kristensen hat sich offen über seine mentalen Kämpfe geäußert und von einer “Fußballdepression” gesprochen. Diese ehrliche Offenbarung rüttelt an der weit verbreiteten Vorstellung, dass der Beruf eines Fußballprofis ein reiner Traumjob sei. Kristensen, ein dänischer Nationalspieler, widerspricht dieser vereinfachten Sichtweise und teilt seine Erfahrungen mit mentalen Problemen, die ihn vor seiner Zeit in der Bundesliga stark belasteten. Seine Worte beleuchten die oft unsichtbaren Schattenseiten des Profisports und die immense psychische Belastung, die mit dem Erwartungsdruck einhergehen kann. Er gibt Einblicke in eine Welt, in der der Spaß am Spiel leicht verloren gehen kann.
Im Podcast der Eintracht erzählte Kristensen, wie er nach dem Verlassen seiner dänischen Heimat den Spaß an seiner Arbeit verlor. Für ihn war Profifußball lange Zeit nichts als ein Job: “Spaß und Profifußball, das gehörte nicht zusammen. Meine Mentalität war: Das ist ein Job.” Erst seit seinem Wechsel nach Frankfurt 2024 fühlt er sich wieder richtig wohl und beschreibt den Verein als den “richtigen Verein zum richtigen Zeitpunkt”. Die anfängliche Skepsis, die ihn den Gedanken hegen ließ, “wenn es wirklich scheiße ist, dann kann ich immer nach Hause fliegen”, wich einem Gefühl der Zugehörigkeit. Die Frankfurter hatten den von Leeds ausgeliehenen Spieler fest verpflichtet.
Kristensen offenbarte jedoch auch, dass seine mentalen Probleme weit über den Fußball hinausgingen. Er sprach von einer “Fußballdepression”, betonte aber gleichzeitig, dass dies nicht die einzige Dimension seiner Schwierigkeiten war. “Ich habe früher auch menschliche Depressionen gehabt”, gestand der 28-jährige Däne. “Ich habe schwere Zeiten gehabt. Aber nicht nur wegen Fußball.” Die Situation sei für ihn “über Jahre schlimmer und schlimmer” geworden. Der derzeit verletzte Profi hatte zuvor bei renommierten Vereinen wie Ajax Amsterdam, RB Salzburg, AS Rom und Leeds United gespielt, doch er verlor das Vertrauen, überhaupt noch Spaß am Fußball finden oder sich wohlfühlen zu können. Er dachte sogar ans Aufhören.
In Frankfurt hat sich Kristensen, nicht zuletzt wegen seiner kämpferischen und emotionalen Spielweise, zu einem Publikumsliebling entwickelt. Trotz seiner aktuellen Verletzung, eines Syndesmose-Risses, hofft er, am Ende der Saison noch zu Einsätzen zu kommen und sich für einen Kaderplatz in der dänischen Nationalmannschaft für die WM 2026 zu qualifizieren. Seine Offenheit über psychische Gesundheitsprobleme im Profisport ist ein wichtiger Schritt, um das Stigma zu brechen und andere zu ermutigen, Hilfe zu suchen. Der Artikel verweist auf Hilfsangebote der Deutschen Depressionshilfe, um Betroffenen unkomplizierte Unterstützung zu ermöglichen.

