Ein neuer Atomwaffen Wettrüsten Bericht warnt vor einer wachsenden Gefahr durch die Aufrüstung der weltweiten Atommächte. Nach Einschätzung des Stockholmer Friedensforschungsinstituts SIPRI befinden sich die neun Atomstaaten in einer neuen Phase nuklearer Aufrüstung. Experten sprechen von einer gefährlichen Dynamik, die schwer zu stoppen sein könnte.
Laut dem Bericht erhöhen alle Atommächte entweder die Menge oder die technische Qualität ihrer Arsenale. In einigen Fällen geschieht beides gleichzeitig. Diese Entwicklung wird durch internationale Spannungen, Kriege und politische Unsicherheit verstärkt. Forscher warnen, dass sich daraus ein Kreislauf gegenseitiger Aufrüstung entwickelt.
Die beiden größten Atommächte, die Vereinigten Staaten und Russland, verfügen gemeinsam über den Großteil aller Sprengköpfe weltweit. Sie haben nach Schätzungen von SIPRI zusammen rund 83 Prozent der globalen Bestände. Ihre Arsenale spielen daher eine zentrale Rolle in der globalen Sicherheitslage. Gleichzeitig sinkt die Transparenz über ihre nuklearen Fähigkeiten.
Ein wichtiger Faktor ist das Ende eines zentralen Rüstungskontrollabkommens zwischen beiden Ländern. Der Vertrag „New START“ ist ausgelaufen, ohne dass ein neues Abkommen abgeschlossen wurde. Dadurch gibt es weniger Kontrolle und weniger Vertrauen zwischen den Staaten. Experten warnen, dass dies das Risiko weiterer Aufrüstung erhöht.
Der Bericht zeigt auch, dass Atomwaffen zunehmend wieder als politisches Druckmittel eingesetzt werden. Besonders im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine hat Russland sein nukleares Potenzial mehrfach angedeutet. Dies erhöht die Sorge, dass Atomwaffen nicht nur zur Abschreckung, sondern auch zur politischen Einflussnahme genutzt werden.
Auch andere Länder bauen ihre Arsenale aus. Besonders China erweitert sein Atomprogramm schnell. Nach Schätzungen verfügt das Land inzwischen über rund 620 Sprengköpfe und entwickelt neue Trägersysteme. Diese Entwicklung verändert das globale Gleichgewicht und erhöht den Druck auf andere Atomstaaten.
Insgesamt schätzen Forscher, dass die neun Atomwaffenstaaten – darunter die USA, Russland, China, Frankreich, das Vereinigte Königreich, Indien, Pakistan, Nordkorea und Israel – über mehr als 12.000 Sprengköpfe verfügen. Ein großer Teil davon ist einsatzbereit oder in hoher Alarmbereitschaft.
Ein besonders gefährlicher Trend ist die steigende Zahl von Sprengköpfen, die sofort einsatzbereit auf Raketen oder Flugzeugen stationiert sind. Mehr als 2.000 befinden sich in höchster Alarmstufe, fast alle in den Händen der USA und Russlands. Dies erhöht das Risiko einer schnellen Eskalation im Krisenfall erheblich.
Auch Europa spielt laut den Forschern eine größere Rolle in der nuklearen Strategie. Länder wie Frankreich und das Vereinigte Königreich modernisieren ihre Arsenale. Gleichzeitig wächst in Europa die Diskussion über gemeinsame Sicherheitsstrategien, auch wegen Unsicherheiten über die zukünftige Rolle der USA im Bündnis.
Die Forscher warnen, dass sich der langfristige Trend der Abrüstung umkehren könnte. Während nach dem Ende des Kalten Krieges viele Sprengköpfe abgebaut wurden, steigt nun wieder die Zahl neuer Waffenprogramme. Gleichzeitig nehmen Geheimhaltung und militärische Modernisierung zu.
Experten betonen, dass dieser Trend schwer zu stoppen sein könnte. Die Kombination aus geopolitischen Konflikten, sinkender Rüstungskontrolle und technologischem Fortschritt schafft eine neue Phase globaler Unsicherheit. Der Bericht kommt zu dem Schluss, dass die Welt sich bereits mitten in einem neuen nuklearen Wettrüsten befindet.

