Nach dem Ende des gemeinsamen Rüstungsprojekts FCAS wächst in Deutschland der Druck, schnell eine neue Lösung für die Luftverteidigung zu finden. Politiker aus Union und SPD fordern nun klare Alternativen und neue internationale Partner für ein künftiges Kampfflugzeug-Projekt.
Das Projekt FCAS war ein gemeinsames Vorhaben von Deutschland, Frankreich und Spanien. Ziel war die Entwicklung eines modernen Kampfjets der nächsten Generation. Dieser sollte langfristig ältere Flugzeuge wie den Eurofighter ersetzen. Nach jahrelangen Streitigkeiten zwischen den Partnern wurde das Projekt nun beendet.
Aus der Union kommt Zustimmung zum Ende des Projekts. Der verteidigungspolitische Sprecher der Unionsfraktion, Thomas Erndl, bezeichnete den Schritt als richtig. Gleichzeitig betonte er, dass nun schnell neue Kooperationen geprüft werden müssten. Deutschland müsse seine industrielle Stärke stärker zeigen.
Auch der Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im Bundestag, Thomas Röwekamp, fordert neue Partnerschaften. Er nennt dabei Länder wie Großbritannien, Schweden und Spanien als mögliche Partner für neue Luftkampfsysteme. Ziel sei eine stärkere europäische Zusammenarbeit in der Verteidigung.
Als mögliche Alternative wird unter anderem das Programm GCAP gesehen. Dabei arbeiten Großbritannien, Italien und Japan an einem eigenen modernen Kampfflugzeug. Dieses Projekt gilt als wichtiger Konkurrent im internationalen Vergleich.
Auch aus der SPD kommt Unterstützung für einen Neuanfang. Der Verteidigungspolitiker Christoph Schmid sagte, das Ende sei zwar bedauerlich, aber nun könne man neue Wege schneller gehen. Die Entscheidung sei am Ende konsequent gewesen.
Das Projekt FCAS galt lange als eines der wichtigsten europäischen Rüstungsprogramme. Es wurde vor rund neun Jahren gestartet. Ziel war ein gemeinsames Kampfflugzeug für die Zukunft der europäischen Luftstreitkräfte.
Doch Streit zwischen den Partnern und technische Probleme führten immer wieder zu Verzögerungen. Schließlich konnten sich die beteiligten Länder nicht mehr auf eine gemeinsame Umsetzung einigen. Damit endet ein zentrales europäisches Verteidigungsprojekt.
Kritik kommt von den Grünen. Sie sehen im Aus des Projekts einen Rückschlag für die europäische Sicherheitspolitik. In einer Zeit wachsender globaler Spannungen sei mehr Zusammenarbeit notwendig gewesen.
Die Grünen-Politikerin Franziska Brantner kritisierte mangelnde Führung der Regierung. Auch andere Vertreter ihrer Fraktion sprachen von einem bitteren Ergebnis für Europa.
FDP-Politikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann äußerte Bedauern, zeigte aber Verständnis für das Ende des Projekts. Sie sagte, dass die Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Frankreich zuletzt nicht mehr ausgewogen gewesen sei.
Mit dem Ende von FCAS steht Europa nun vor der Aufgabe, neue Verteidigungsprojekte zu entwickeln. Experten erwarten, dass in den kommenden Monaten neue Partner und Strategien diskutiert werden.
Damit beginnt eine neue Phase der europäischen Luftverteidigungspolitik, in der sich zeigen muss, wie eng die Zusammenarbeit künftig sein wird.

