Die Bundesregierung will die deutsche Luftfahrtindustrie gezielt stärken und hat dafür eine neue Strategie vorbereitet. Ziel ist es, den Luftfahrtstandort Deutschland langfristig wettbewerbsfähig zu halten und gemeinsam mit europäischen Partnern eine führende Rolle in der Branche zu sichern.
Laut einer Kabinettsvorlage, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, soll Deutschland auch in den kommenden 15 Jahren eine wichtige Luftfahrtnation bleiben. Die Regierung sieht die Luftfahrt als globalen Wachstumsmarkt mit großer Bedeutung für Wirtschaft, Handel und Beschäftigung.
Die Strategie betont die Rolle der Luftfahrt für die internationale Anbindung Deutschlands. Sie sei entscheidend für den Export, die Versorgung und die Mobilität von Menschen und Gütern. Besonders der Handel mit Staaten außerhalb der Europäischen Union werde zu mehr als einem Fünftel über den Luftweg abgewickelt.
Gleichzeitig verweist die Bundesregierung auf die Bedeutung der Branche für Innovation und Sicherheit. Auch für die Bundeswehr spiele die Luftfahrtindustrie eine wichtige Rolle. Ein leistungsfähiger Luftverkehr sei daher nicht nur wirtschaftlich, sondern auch strategisch von Bedeutung.
Ein weiterer Schwerpunkt der Strategie ist die Modernisierung der Branche. Dazu gehören eine klimafreundlichere Luftfahrt mit weniger CO₂-Emissionen, stabile Lieferketten sowie die Weiterentwicklung deutscher Flughäfen. Die Regierung betont zudem, dass international wettbewerbsfähige Standortkosten entscheidend für ein attraktives Flugangebot seien.
Die Industrie fordert jedoch weitergehende Maßnahmen. Der Bundesverband der Deutschen Industrie drängt auf zusätzliche Entlastungen. Besonders die Luftverkehrsteuer, Gebühren für Sicherheit und Flugsicherung sowie Bürokratie sollen reduziert werden. Nur so könne Deutschland im internationalen Wettbewerb bestehen, heißt es aus der Industrie.
BDI-Vertreter warnen davor, dass hohe Kosten die Wettbewerbsfähigkeit schwächen. Seit der Corona-Pandemie hätten sich Standortkosten teilweise verdoppelt. Dies belaste Airlines und Flughäfen erheblich. Zusätzlich verschärften hohe Kerosinpreise und geopolitische Konflikte die Situation im Luftverkehr.
Der Bundestag hatte bereits im Mai eine frühere Erhöhung der Luftverkehrsteuer wieder zurückgenommen. Die Entscheidung muss jedoch noch vom Bundesrat bestätigt werden. Die Industrie sieht darin nur einen ersten Schritt und fordert weitere Reformen.
Besonders wichtig sei laut Wirtschaft eine langfristige Planungssicherheit. Investitionen in moderne Technologien und nachhaltige Luftfahrt seien nur möglich, wenn politische Rahmenbedingungen stabil und verlässlich bleiben.
Die Bundesregierung verweist in ihrer Strategie ebenfalls auf das Ziel einer nachhaltigen Transformation der Branche. Dazu gehören neue Antriebe, effizientere Flugzeuge und die Förderung klimafreundlicher Technologien. Gleichzeitig soll die internationale Wettbewerbsfähigkeit erhalten bleiben.
Trotz der politischen Unterstützung bleibt der Druck auf die Branche hoch. Hohe Kosten, globale Unsicherheiten und starke internationale Konkurrenz stellen die deutsche Luftfahrt vor große Herausforderungen. Die kommenden Jahre sollen zeigen, ob die geplante Strategie ausreicht, um den Standort Deutschland zu stärken und langfristig zu sichern.

