Nordkorea hat erneut zehn ballistische Raketen in Richtung Meer abgefeuert, ein direkter Protest gegen die laufenden gemeinsamen Militärmanöver der USA und Südkoreas. Die Geschosse wurden nahe Pjöngjang um 13:20 Uhr Ortszeit (05:30 MEZ) Richtung Osten gestartet, wie der südkoreanische Generalstab mitteilte. Das Präsidialamt in Seoul forderte Nordkorea umgehend auf, die destabilisierenden Raketenstarts einzustellen, was die erhöhte Spannung auf der koreanischen Halbinsel unterstreicht. Dieser Vorfall löste internationale Besorgnis und Verurteilung aus Seoul und Tokio aus.
Die Raketentests erfolgten nur fünf Tage nach dem Beginn der jährlichen Militärübungen von Südkorea und den USA. An diesen Manövern sind Hunderte US-amerikanischer und südkoreanischer Soldaten beteiligt, die unter anderem Flussüberquerungsübungen mit Panzern und gepanzerten Kampffahrzeugen durchführen. Während die Verbündeten die Übungen als rein defensiv und zur Überprüfung der Bereitschaft gegen militärische Bedrohungen aus Nordkorea deklarieren, wertet Pjöngjang sie konsequent als „Angriffsvorbereitung“. Diese unterschiedlichen Interpretationen bilden die Grundlage für Nordkoreas wiederkehrende Proteste und militärische Reaktionen.
Das japanische Verteidigungsministerium lieferte präzisere Details zu den Raketenstarts: Eine nordkoreanische Rakete erreichte eine Höhe von 80 Kilometern, flog 340 Kilometer weit und stürzte ins Meer. Die japanische Küstenwache bestätigte, dass es sich um eine ballistische Rakete handelte, die offenbar außerhalb der ausschließlichen Wirtschaftszone Japans niederging, wie der Sender NHK berichtete. Diese Informationen belegen die fortgeschrittenen Fähigkeiten von Nordkoreas Raketenprogramm und die daraus resultierende Sicherheitsbedrohung für die regionalen Nachbarn, die trotz internationaler Warnungen und Sanktionen unbeirrt fortgesetzt wird.
Nordkorea entwickelt seit über zwei Jahrzehnten ein breites Spektrum an ballistischen Raketen und Marschflugkörpern, die vermutlich zum Einsatz von Atomwaffen bestimmt sind. Dies hat dem isolierten Land seit 2006 mehrere Sanktionen des UN-Sicherheitsrats eingebracht, die erhebliche Hindernisse für Handel, Wirtschaft und Verteidigung darstellen. Trotzdem bleibt die Führung unter Machthaber Kim Jong Un unnachgiebig in ihrer Militärstrategie. Parallel dazu trafen sich Südkoreas Ministerpräsident Kim Min-seok und US-Präsident Donald Trump in Washington, um Möglichkeiten zur Wiederaufnahme des Dialogs mit Nordkorea zu erörtern, wobei Trump sein starkes Interesse an einem Treffen mit Kim Jong Un bekundete.

