Viele Menschen laufen im Sommer gerne barfuß. Am Strand, im Freibad oder im eigenen Garten fühlt sich das oft angenehm an. Für Menschen mit Diabetes kann Barfußlaufen jedoch gefährlich sein. Darauf weisen Fachleute aus der Gefäßmedizin hin.
Besonders an heißen Tagen steigt das Risiko für Verletzungen an den Füßen. Viele Betroffene bemerken kleine Schäden oft nicht sofort. Aus einer scheinbar harmlosen Verletzung kann dann ein ernstes Gesundheitsproblem werden.
Ein wichtiger Grund dafür ist die diabetische Neuropathie. Dabei handelt es sich um eine Nervenschädigung, die häufig bei Menschen mit Diabetes auftritt. Schätzungen zufolge entwickelt etwa die Hälfte aller Betroffenen diese Erkrankung.
Durch die Nervenschädigung werden Schmerzen an den Füßen schwächer wahrgenommen. Manche Menschen spüren sie sogar gar nicht mehr. Dadurch können sie längere Zeit auf heißem Asphalt, Sand oder Steinplatten stehen, ohne die Gefahr zu bemerken.
Auch scharfe Gegenstände können ein Problem werden. Muscheln, Glasscherben, Dornen oder kleine Steine können Verletzungen verursachen. Wer die Schmerzen nicht spürt, reagiert oft zu spät.
Menschen mit Diabetes haben außerdem ein höheres Risiko für Durchblutungsstörungen. Besonders häufig tritt die sogenannte periphere arterielle Verschlusskrankheit auf. Dabei wird das Gewebe nicht mehr ausreichend mit Blut versorgt.
Eine schlechte Durchblutung erschwert die Wundheilung. Selbst kleine Verletzungen können dadurch lange offen bleiben. Das erhöht das Risiko für Infektionen und weitere Komplikationen.
Treffen Nervenschäden und Durchblutungsstörungen zusammen, kann sich aus einer kleinen Wunde schnell ein Geschwür entwickeln. Fachleute sprechen dann von einem diabetischen Fußulkus.
Diese Erkrankung ist ernst und kann die Lebensqualität stark beeinträchtigen. In schweren Fällen können sogar lebensbedrohliche Folgen entstehen. Deshalb sollten Betroffene ihre Füße besonders gut schützen.
Experten raten Menschen mit Diabetes, auch im Sommer immer Schuhe zu tragen. Das gilt für den Strand, das Freibad und den eigenen Garten.
Geeignet sind Schuhe mit fester Sohle und ausreichend Platz. Das Material sollte weich sein und keine störenden Innennähte besitzen. Solche Schuhe schützen besser vor Hitze, Druckstellen und Fremdkörpern.
Socken allein reichen nicht aus. Auch dünne Hausschuhe bieten oft keinen ausreichenden Schutz. Deshalb sollten Betroffene auf stabiles Schuhwerk achten.
Neben dem richtigen Schuhwerk empfehlen Fachleute eine tägliche Kontrolle der Füße. So können Veränderungen früh erkannt werden.
Besondere Aufmerksamkeit verdienen Rötungen, Blasen, Druckstellen oder kleine Risse in der Haut. Auch Schwellungen, unangenehme Gerüche oder austretende Flüssigkeit sollten ernst genommen werden.
Wer solche Anzeichen bemerkt, sollte möglichst schnell ärztlichen Rat suchen. Eine frühe Behandlung kann helfen, größere Probleme zu verhindern.
Auch schlecht heilende Wunden sollten untersucht werden. Ärzte können prüfen, ob eine Durchblutungsstörung vorliegt. Wird diese früh erkannt, steigen die Chancen auf eine erfolgreiche Behandlung deutlich.
Für Menschen mit Diabetes sind gesunde Füße besonders wichtig. Kleine Verletzungen können schnell größere Probleme verursachen. Deshalb ist Vorsicht im Alltag entscheidend.
Auch wenn Barfußlaufen im Sommer angenehm erscheint, sollten Betroffene darauf verzichten. Passende Schuhe und regelmäßige Kontrollen helfen dabei, die Füße gesund zu halten und schwere Komplikationen zu vermeiden.

