Die neueste ARD-Vorwahlumfrage für Rheinland-Pfalz zeigt ein knappes Rennen zwischen CDU und SPD. Kurz vor der Landtagswahl am 22. März liegt die CDU mit 29 Prozent knapp vor der SPD (28 Prozent). Dies ist bemerkenswert, da die SPD historisch oft Umfragerückstände aufholen und am Wahltag als stärkste Partei hervorgehen konnte – ein Effekt, auf den die Sozialdemokraten auch diesmal hoffen. Die AfD positioniert sich mit 19 Prozent deutlich auf Platz drei, vor den Grünen mit acht Prozent.
Die von infratest dimap erhobene Umfrage zeigt, dass die SPD mit 28 Prozent erstmals unter die 30-Prozent-Marke rutschen würde, eine deutliche Verschlechterung gegenüber 2021. Die CDU unter Gordon Schnieder könnte sich leicht verbessern. Den größten Zuwachs verzeichnet die AfD, die ihr Ergebnis von 2021 mit 19 Prozent mehr als verdoppeln würde. Die Grünen verlieren leicht auf acht Prozent. Die FDP würde mit unter drei Prozent an der Mandatsschwelle scheitern. Die Freien Wähler liegen mit 4,5 Prozent darunter, während die Linke mit fünf Prozent den erstmaligen Einzug in den Landtag erreichen könnte. Dies ist eine Momentaufnahme, keine Prognose, da viele Wähler ihre Entscheidung erst kurzfristig treffen.
Die aktuelle Ampelkoalition aus SPD, Grünen und FDP wäre laut Umfrage nicht mehrheitsfähig, da die FDP den Einzug verpassen würde. Rechnerisch möglich wären eine Große Koalition aus SPD und CDU oder Koalitionen mit der AfD, wobei letztere von beiden Großparteien ausgeschlossen wird. Die Zufriedenheit mit der Arbeit der Landesregierung ist gespalten (46% zufrieden, 49% unzufrieden). Bei der Präferenz für die Regierungsführung gibt es einen Patt: Jeweils 36 Prozent sprechen sich für eine SPD- oder CDU-geführte Landesregierung aus.
In der persönlichen Bewertung der Spitzenkandidaten hat SPD-Ministerpräsident Alexander Schweitzer die Nase vorn, mit 44 Prozent Zufriedenheit. CDU-Spitzenkandidat Gordon Schnieder erzielt lediglich 23 Prozent Zustimmung und kämpft mit einem hohen Bekanntheitsgraddefizit; 52 Prozent der Wahlberechtigten kennen ihn nicht oder können kein Urteil abgeben. Dies spiegelt sich in einer hypothetischen Direktwahl wider: 41 Prozent würden sich für Schweitzer entscheiden, während nur 23 Prozent Schnieder wählen würden, 36 Prozent wären unentschlossen. Diese Daten unterstreichen die Bedeutung der Kandidatenwahrnehmung im Wahlkampf.

