Bundesaußenminister Johann Wadephul hat eine deutsche Beteiligung an einer militärischen Absicherung der Straße von Hormus zum jetzigen Zeitpunkt kategorisch ausgeschlossen. Im “Bericht aus Berlin” bekräftigte Wadephul: “Wir werden uns an dieser Auseinandersetzung nicht beteiligen.” Diese klare Haltung erfolgt, obwohl US-Präsident Donald Trump andere Nationen zur Unterstützung bei der Sicherung der strategisch wichtigen Meerenge aufgerufen hat. Wadephuls Argumentation basiert auf der fehlenden unmittelbaren Notwendigkeit einer deutschen Beteiligung und dem primären Fokus auf diplomatische Verhandlungen zur langfristigen Konfliktbeilegung und Sicherheit.
Von den USA und Israel sei Deutschland über deren Angriffsziele – die Zerstörung der militärischen Fähigkeiten Irans, insbesondere des Nuklear- und Raketenprogramms – informiert worden. Deutschland erwarte eine Benachrichtigung, sobald diese Ziele erreicht sind, um sich dann aktiv an Verhandlungen zu beteiligen. Wadephul betonte, dass nur eine Verhandlungslösung echte Sicherheit in der Straße von Hormus und im Roten Meer gewährleisten könne. Zudem äußerte sich der Außenminister “sehr skeptisch” bezüglich einer möglichen Ausweitung der EU-Marinemission “Aspides” auf die Straße von Hormus, da deren Wirksamkeit selbst im Roten Meer als “nicht wirkungsvoll” eingeschätzt werde. Er hob hervor, dass nur eine grundsätzliche Beilegung des militärischen Konflikts dauerhafte Sicherheit schaffe.
Diese Position wird von weiteren führenden deutschen Politikern geteilt. Der CDU-Außenexperte Roderich Kiesewetter zeigte sich zurückhaltend und verwies auf Uneinigkeit innerhalb der Bundesregierung bezüglich der völkerrechtlichen Bewertung eines Einsatzes. Er schlug vor, dass der Nationale Sicherheitsrat einen Vorschlag erarbeiten könnte. Grünen-Bundestagsabgeordneter Anton Hofreiter sieht keinen Beitrag der deutschen Marine als sinnvoll an, während Linken-Chef Jan van Aken eine Beteiligung strikt ablehnt, da die Lage Teil eines Krieges sei, der mit völkerrechtswidrigen Angriffen begonnen habe. Bundeskanzler Friedrich Merz stellte am Freitag klar, dass es im Augenblick “keine Veranlassung, über eine militärische Absicherung der Seewege nachzudenken” gebe, da Deutschland nicht Teil des Krieges sei und dies auch nicht werden wolle.
US-Präsident Trump hatte via Truth Social an “Länder der Welt, die Öl durch die Straße von Hormus erhalten” appelliert, sich um die Passage zu kümmern, wobei die USA Hilfe zusicherten. Das Vereinigte Königreich, vertreten durch Energieminister Ed Miliband, prüft einen Beitrag, betonte jedoch, dass der sicherste und beste Weg die Beendigung des Konflikts sei. Die Eskalation des Nahost-Krieges hat bereits zu einem signifikanten Anstieg der Gas- und Ölpreise geführt, was die globale Versorgungssicherheit betrifft. Deutschland plant, einen Teil seiner nationalen Ölreserven freizugeben, um die angespannten Märkte zu stabilisieren, und unterstreicht damit die weitreichenden wirtschaftlichen Folgen des Konflikts und die Notwendigkeit einer diplomatischen Lösung.

