Die bekannte Bestsellerautorin und Kolumnistin Ildikó von Kürthy hat in einem aufsehenerregenden Interview, das leider nicht mehr öffentlich zugänglich ist, schonungslos über ihre langjährige Erfahrung mit einer Angststörung gesprochen. Ihre Offenheit, insbesondere die Aussage “Ich habe meiner Panik zu selten die Stirn geboten”, hat weitreichende Resonanz gefunden und die Debatte um psychische Gesundheit erneut befeuert. Als Persönlichkeit des öffentlichen Lebens bricht von Kürthy mit dem Tabu, das oft mit Angststörungen und Panikattacken einhergeht, und ermöglicht vielen Betroffenen eine Identifikation mit ihren Gefühlen und Herausforderungen. Ihr ehrlicher Einblick in das Innenleben eines Menschen, der trotz äußerer Erfolge innerlich mit tiefgreifenden Ängsten kämpft, ist von unschätzbarem Wert für die Entstigmatisierung psychischer Leiden.
Im Zentrum ihrer Reflexionen stand die Erkenntnis, dass sie im Umgang mit ihrer Panik oft den Weg des Rückzugs und der Vermeidung gewählt hat, anstatt sich den Ängsten aktiv zu stellen. Diese Strategie, die kurzfristig Linderung verschaffen mag, kann langfristig jedoch dazu führen, dass die Angst immer größere Bereiche des Lebens einnimmt. Von Kürthys Bedauern, ihrer Panik “zu selten die Stirn geboten” zu haben, ist ein kraftvolles Zeugnis dafür, wie wichtig es ist, frühzeitig und proaktiv mit solchen Herausforderungen umzugehen. Sie beschreibt die lähmende Wirkung von Panik, die scheinbar aus dem Nichts auftaucht und das gesamte System überfordert, und wie diese Erfahrung ihr Leben über Jahre hinweg maßgeblich beeinflusste, oft im Stillen und abseits der öffentlichen Wahrnehmung.
Die Transparenz, mit der Ildikó von Kürthy über ihre Angststörung spricht, sendet eine entscheidende Botschaft an Millionen Menschen. Sie zeigt auf, dass psychische Erkrankungen keine Zeichen von Schwäche sind, sondern medizinische Zustände, die jeden treffen können, unabhängig von Erfolg oder sozialem Status. Ihre Erzählung ermutigt dazu, eigene Ängste nicht zu verleugnen oder zu verstecken, sondern sich professionelle Hilfe zu suchen. Die Tatsache, dass eine so prominente Figur ihre Vulnerabilität teilt, kann Barrieren abbauen und den Dialog in Familien, Freundeskreisen und am Arbeitsplatz erleichtern. Es ist ein Aufruf, Mitgefühl für sich selbst und andere zu entwickeln und zu verstehen, dass der Kampf gegen eine Angststörung ein Marathon und kein Sprint ist.
Ildikó von Kürthys Erfahrungen unterstreichen die Notwendigkeit, psychische Gesundheit ebenso ernst zu nehmen wie körperliche Beschwerden. Ihre selbstkritische Rückschau auf den Umgang mit ihrer Angst ist nicht nur eine persönliche Beichte, sondern auch eine wertvolle Lektion für alle, die ähnliche Erfahrungen machen. Sie impliziert, dass es Wege gibt, die Kontrolle über die Panik zurückzugewinnen, auch wenn der Anfang schwerfällt und Konfrontation unangenehm sein kann. Die Erkenntnis, dass man seinen Ängsten begegnen muss, um sie zu überwinden, ist eine der wichtigsten Lehren aus ihrem Interview. Ihr Mut, diese persönliche Geschichte zu teilen, wird zweifellos vielen Menschen den Anstoß geben, ihre eigene Situation zu reflektieren und den ersten Schritt in Richtung Heilung und Bewältigung zu wagen.

