Jürgen Klopp konnte nach Deutschlands 2:0-Sieg gegen Serbien zufrieden sein. Die Nationalmannschaft zeigte eine geschlossene Leistung. Vor allem das Mittelfeld überzeugte. Aleksandar Pavlović, Tom Bischof und Florian Wirtz fanden schnell eine gute Verbindung.
Nach dem Spiel versuchte ein Reporter, die Leistung des Mittelfelds mit der Rolle von Joshua Kimmich zu verbinden. Klopp erkannte die Richtung der Frage sofort. Er wollte jedoch keine neue Debatte über den langjährigen Nationalspieler beginnen.
Zunächst wurde Klopp gefragt, ob Pavlović und Bischof das Spiel von Wirtz erleichtert hätten. Der Trainer erklärte, dass Wirtz nicht bestimmte Spieler neben sich brauche. Vielmehr habe die Spielweise der gesamten Mannschaft gut zu ihm gepasst.
Klopp wollte daraus keine feste Verbindung zwischen Wirtz und Pavlović machen. Eine solche Darstellung würde seiner Meinung nach die Leistung der Mannschaft zu stark auf einzelne Spieler reduzieren.
Der Reporter erklärte danach, dass es ihm vor allem um Pavlović und Bischof gegangen sei. Er wollte wissen, ob deren Spielweise Wirtz besonders unterstützt habe.
Klopp blieb vorsichtig. Er sagte, dass die Diskussion am Ende wieder bei Kimmich landen könne. Genau daran wollte er sich nicht beteiligen.
Stattdessen erklärte Klopp seine grundsätzliche Idee für die Nationalmannschaft. Deutschland solle in verschiedenen Aufstellungen einen ähnlichen Fußball spielen können. Die Spielweise müsse gleich bleiben, auch wenn einzelne Spieler wechseln.
Dieser Punkt ist für Klopp besonders wichtig. Verletzungen gehören zum Fußball. Auch Sperren, Formschwankungen und unterschiedliche Gegner können Veränderungen nötig machen. Deshalb könne eine Mannschaft nicht von einer festen Gruppe von Spielern abhängig sein.
Klopp sagte sinngemäß, dass es keinen Sinn ergebe, wenn eine Mannschaft nur mit bestimmten Spielern auf dem Platz funktionieren könne. Wenn ein Spieler ausfalle, müsse das Team trotzdem eine klare Lösung haben.
Der Sieg gegen Serbien zeigte, wie dieser Ansatz aussehen kann. Pavlović, Bischof und Wirtz ergänzten sich gut. Deutschland konnte dadurch im Mittelfeld viel Bewegung erzeugen und das Spiel kontrollieren.
Wirtz bekam dabei die Freiheit, seine Stärken einzusetzen. Pavlović und Bischof boten ihm gleichzeitig Anspielmöglichkeiten. Die gute Abstimmung half Deutschland, nach vorne zu spielen und den Gegner unter Druck zu setzen.
Klopp sieht darin jedoch keine endgültige Lösung für die Startelf. Er will vielmehr mehrere Varianten entwickeln. Die Spieler sollen unterschiedliche Rollen übernehmen können, ohne dass die Grundidee der Mannschaft verloren geht.
Das ist auch eine Veränderung gegenüber einer Sichtweise, bei der einzelne Spieler als unverzichtbar gelten. Kimmich spielt seit Jahren eine wichtige Rolle für Deutschland. Trotzdem möchte Klopp die Mannschaft nicht von einem Namen abhängig machen.
Für den Trainer zählt deshalb das System mehr als eine bestimmte Aufstellung. Jeder Spieler soll seine Aufgabe kennen. Gleichzeitig muss er sich auf andere Mitspieler einstellen können.
Diese Flexibilität kann für eine Nationalmannschaft besonders wichtig sein. Die Spieler treffen sich nur für kurze Zeiträume. Im Vergleich zu Vereinsmannschaften gibt es deutlich weniger gemeinsame Trainingseinheiten.
Ein klares System kann deshalb helfen. Wenn die Grundregeln für alle Spieler verständlich sind, können neue Kombinationen schneller funktionieren. Das erleichtert auch den Umgang mit Ausfällen.
Der Erfolg gegen Serbien gibt Klopp dabei zusätzliche Argumente. Die Mannschaft konnte mit einer veränderten Mittelfeldbesetzung eine überzeugende Leistung zeigen. Für den Trainer ist das ein Zeichen dafür, dass verschiedene Lösungen möglich sind.
Gleichzeitig bleiben Fragen offen. Ein gutes Spiel gegen einen Gegner reicht nicht aus, um ein neues System langfristig zu bestätigen. Deutschland muss zeigen, dass die gleiche Flexibilität auch gegen andere Mannschaften funktioniert.
Für Wirtz kann die Entwicklung ebenfalls wichtig sein. Der Offensivspieler soll seine Stärken unabhängig von einem bestimmten Mitspieler zeigen können. Das würde Deutschland mehr Möglichkeiten bei der Aufstellung geben.
Pavlović und Bischof haben gegen Serbien ebenfalls auf sich aufmerksam gemacht. Ihre Leistung zeigt, dass Klopp im Mittelfeld mehrere Optionen hat. Entscheidend wird sein, wie sich diese Spieler in weiteren Partien entwickeln.
Mit Blick auf die Europameisterschaft 2028 bleibt daher die Systemfrage interessant. Bis dahin können Spieler verletzt sein, ihre Form verändern oder neue Rollen übernehmen. Eine flexible Mannschaft kann auf solche Veränderungen reagieren.
Klopp konzentriert sich deshalb weniger auf die Frage, wer immer spielen muss. Sein Ziel ist eine Mannschaft, die unabhängig von einzelnen Namen funktioniert. Der 2:0-Sieg gegen Serbien war ein Beispiel für diesen Ansatz.
Ob sich diese Idee dauerhaft durchsetzt, werden die nächsten Spiele zeigen. Klar ist aber, dass Klopp nach dem Sieg keine neue Kimmich-Debatte wollte. Er stellte stattdessen die gemeinsame Leistung und die Flexibilität des deutschen Teams in den Mittelpunkt.

