Die Zahl rassistisch, rechtsextrem und antisemitisch motivierter Gewalttaten bleibt in Deutschland auf einem sehr hohen Niveau. Neue Daten von Beratungsstellen zeigen, dass sich die Lage im Jahr 2025 kaum verbessert hat. Zwar wurden etwas weniger Angriffe erfasst als im Vorjahr, doch die Gesamtzahl liegt weiterhin deutlich über den Werten früherer Jahre. Fachleute sehen darin ein klares Warnsignal und fordern mehr Schutz für Betroffene.
Nach den aktuellen Zahlen wurden im Jahr 2025 insgesamt 3.176 rechts, rassistisch und antisemitisch motivierte Angriffe dokumentiert. Im Jahr 2024 lag der Wert noch bei rund 3.450 Fällen. Trotz dieses leichten Rückgangs bleibt die Zahl der Angriffe sehr hoch. Die Beratungsstellen sprechen deshalb von einer anhaltend schwierigen Lage.
Die Auswertung stützt sich auf Daten aus 13 der 16 Bundesländer. Die Bundesländer Bremen, Rheinland-Pfalz und das Saarland sind in diesem Bericht nicht enthalten. Im Vorjahr fehlten ebenfalls Daten aus Niedersachsen. Dadurch sind Vergleiche mit früheren Jahren nur eingeschränkt möglich.
Nach Angaben der Beratungsstellen ist Rassismus weiterhin das häufigste Tatmotiv. Im Jahr 2025 wurden 1.729 rassistisch motivierte Angriffe erfasst. Außerdem registrierten die Beratungsstellen 325 queerfeindliche Gewalttaten und 180 antisemitische Angriffe. Diese Zahlen zeigen, dass verschiedene Gruppen weiterhin Ziel von Gewalt und Bedrohungen sind.
Die Beratungsstellen berichten, dass viele Betroffene im Alltag mit Anfeindungen und Angriffen leben müssen. Viele Menschen fühlen sich dadurch dauerhaft belastet. Fachleute warnen davor, dass sich solche Vorfälle zunehmend normalisieren könnten. Sie sehen darin eine Entwicklung, die große Aufmerksamkeit erfordert.
Die erfassten Zahlen liegen deutlich über den offiziell gemeldeten Werten der Polizei. Nach der Polizeistatistik wurden im vergangenen Jahr rund 1.300 rechtsextreme Gewaltdelikte registriert. Die Beratungsstellen erklären den Unterschied damit, dass viele Vorfälle anders eingeordnet werden oder gar nicht erst angezeigt werden. Dadurch könne ein Teil der tatsächlichen Fälle in der offiziellen Statistik fehlen.
Nach Einschätzung der Beratungsstellen melden viele Betroffene einen Angriff nicht bei der Polizei. Einige hätten kein Vertrauen in ein Verfahren oder erwarteten keine ausreichende Unterstützung. Andere befürchteten zusätzliche Belastungen durch den Anzeigeprozess. Dies könne dazu führen, dass die tatsächliche Zahl der Vorfälle höher sei als offiziell bekannt.
Auch im Umgang mit den Betroffenen sehen die Beratungsstellen Verbesserungsbedarf. Nach ihrer Einschätzung fühlen sich viele Opfer von Polizei und Justiz nicht ausreichend ernst genommen. Manche Betroffene berichten, dass Angriffe verharmlost oder Verfahren nur langsam bearbeitet werden. Fachleute fordern deshalb eine stärkere Unterstützung für Opfer und eine konsequente Verfolgung entsprechender Straftaten.
Die aktuellen Zahlen machen deutlich, dass rassistische, antisemitische und andere politisch motivierte Gewalttaten weiterhin ein großes gesellschaftliches Problem darstellen. Trotz des leichten Rückgangs im Vergleich zum Vorjahr bleibt das Niveau der Angriffe hoch. Experten sehen deshalb weiterhin Handlungsbedarf. Sie sprechen sich für besseren Opferschutz, mehr Prävention und eine konsequente Bekämpfung von Hasskriminalität aus. Die Entwicklung soll auch in den kommenden Jahren genau beobachtet werden, um Veränderungen frühzeitig zu erkennen und wirksame Maßnahmen umzusetzen.

