Etappensieg für Investor Khan – Gutachten stellt Betrugsvorwürfe infrage
Im spektakulären Betrugsverfahren rund um den Investor Khan besser bekannt als Danny K. kommt Bewegung in die Sache. Während Khan zehn Monate in Untersuchungshaft saß, gerät nun ein zentraler Vorwurf ins Wanken. Sein Verteidiger spricht von einem klaren Etappensieg.
Im Mittelpunkt stehen schwere Anschuldigungen, die unter anderem von den ehemaligen Politikern Heinz-Christian Strache und Christian Höbart erhoben wurden. Beide hatten behauptet, durch den Investor um hohe Summen betrogen worden zu sein. Laut den erhobenen Forderungen machten Strache und Höbart über ihre Gesellschaften 4.280.000 Euro geltend.
Doch nun sorgt ein gerichtlich zertifizierter Gutachter für Aufsehen. Laut Verteidigung bestätigt dieser, dass die angeblichen Finanzierungsinstrumente tatsächlich existieren und grundsätzlich belehnbar sind. Damit steht plötzlich eine zentrale Grundlage der Betrugsvorwürfe infrage.
11.500 Seiten Akten
Besonders brisant: Trotz monatelanger Ermittlungen konnten Staatsanwaltschaft und Polizei laut Verteidigung nicht nachweisen, dass die Finanzinstrumente gefälscht gewesen seien – genau jener Vorwurf, der zur Verhaftung Khans geführt hatte.
Die Ermittlungsakten umfassen mittlerweile rund 11.500 Seiten. Darin findet sich laut Anwalt umfangreiche Kommunikation zwischen Banken, Eigentümerstrukturen und dem Investor. In mehreren Nachrichten sei sogar angeboten worden, die entsprechenden Finanzmittel bereitzustellen.
Für Khans Wirtschaftsanwalt Gerhard Podovsovnik ist die Sache klar: „Die Instrumente sind echt, überprüfbar und belehnbar.“
Politische Dimension
Der Fall hat auch eine politische Brisanz. Der ehemalige FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache hatte öffentlich erklärt, selbst Opfer eines Betrugs geworden zu sein. Diese Darstellung wurde auch in der ORF-Dokumentation – Akte Betrug „Wurde HC Strache von einem Investor getäuscht?“ aufgegriffen.
Besonders pikant: Laut Verteidigung wurde diese Dokumentation ausgestrahlt, nachdem bereits Teileinstellungen im Verfahren erfolgt waren.
In der Sendung kam unter anderem auch Siegfried Kahlbacher zu Wort. Nach erteilten Angaben sollen gegen Kahlbacher wegen der Sendung: Akte Betrug mehrere Strafanzeigen von dritter Seite eingebracht worden sein.
Aus Freunden wurden Feinde
Der Anwalt zeichnet ein Bild eines eskalierten Konflikts.
„Aus früheren Geschäftspartnern wurden erbitterte Gegner“, so Podovsovnik.
Es wird Strache vorgeworfen, politische Kontakte genutzt zu haben, um Druck aufzubauen.
Zehn Monate hinter Gittern
Für Khan selbst hatte das Verfahren dramatische Folgen. Der Investor verbrachte zehn Monate in Untersuchungshaft.
Sein Anwalt spricht von einer massiven Ungerechtigkeit und betont, dass es nun um nicht weniger als die wirtschaftliche Existenz seines Mandanten gehe.
Auch andere Vorwürfe beginnen laut Verteidigung bereits zu bröckeln. Forderungen eines Hotels, in dem Khan häufig Geschäftstermine abgehalten haben soll, seien ebenso gescheitert wie ein Betrugsverfahren rund um einen Vermieter am Traunsee, das inzwischen eingestellt wurde.
Jetzt entscheidet die Hauptverhandlung
Die entscheidende Frage steht allerdings noch aus: Was passiert in der Hauptverhandlung?
Sollte sich dort herausstellen, dass der Investor auch in diesem Punkt unschuldig ist, könnte der Fall noch eine ganz andere Dimension annehmen.
Hinter vorgehaltener Hand sprechen Beobachter bereits von einem möglichen politischen Skandal, dessen Tragweite über gewöhnliche Wirtschaftsstreitigkeiten hinausgehen könnte.
Fest steht: Die Causa Khan ist längst mehr als nur ein Streit um Geld. Sie berührt Fragen nach politischem Einfluss, persönlichen Netzwerken – und danach, wie ein Verfahren mit so weitreichenden Folgen überhaupt entstehen konnte.

