Die indonesischen Behörden haben nach einem schweren Erdbeben der Stärke 7,4 eine Tsunamiwarnung für die Inseln rund um die Molukkensee ausgesprochen. Das Beben, das sich in einer relativ geringen Tiefe von 35 Kilometern ereignete, hatte sein Epizentrum nach Angaben der US-Erdbebenwarte (USGS) zwischen dem Norden Sulawesis und den Nord-Molukken, etwa 127 Kilometer westnordwestlich von Ternate. Die Erschütterung führte in der Stadt Manado zu einem Todesfall, als eine Person von herabfallenden Trümmern getroffen wurde, wie der indonesische Fernsehsender Metro TV berichtete. Die anfängliche Stärkeangabe der indonesischen Behörden von 7,6 wurde später auf 7,4 korrigiert, wobei solche Abweichungen bei ersten Messungen üblich sind.
Das US-Tsunamiwarnsystem wies zunächst auf die Möglichkeit von Flutwellen im Umkreis von bis zu 1000 Kilometern hin. Für Teile der indonesischen Küste wurden Wellenhöhen zwischen 30 Zentimetern und einem Meter über dem normalen Pegel prognostiziert. Glücklicherweise zeigten Messstationen rund eine Stunde nach dem Beben deutlich geringere Wellen von lediglich 20 bis 30 Zentimetern. Auch wenn Küsten in den Philippinen und Malaysia potenziell betroffen sein könnten, wurden die Gefahren als gering eingestuft. Die USGS bestätigte zudem, dass durch die gemessenen Wellen voraussichtlich keine Todesopfer zu erwarten sind, was eine deutliche Entspannung der Lage signalisiert.
Indonesien, der weltweit größte Inselstaat, liegt am berüchtigten pazifischen Feuerring. Diese geologisch hochaktive Zone ist geprägt von zahlreichen Vulkanen und tektonischen Platten, was zu einer hohen Frequenz von Erdbeben und Vulkanausbrüchen führt. Naturkatastrophen sind in der Region ein ständiger Begleiter. Die Erinnerung an das verheerende unterseeische Beben der Stärke 9,1 vom 26. Dezember 2004 vor der Küste Sumatras ist noch frisch, als eine riesige Flutwelle etwa 230.000 Menschen in zahlreichen Ländern das Leben kostete, davon allein 170.000 in Indonesien. Diese historische Tragödie verdeutlicht die ständige Bedrohung durch tektonische Aktivitäten in der Region.
Nur einen Tag vor dem aktuellen Ereignis in Indonesien hatte ein starkes Erdbeben der Stärke 5,0 den Großraum der japanischen Hauptstadt Tokio erschüttert. Die japanische Wetterbehörde gab jedoch umgehend Entwarnung bezüglich einer Tsunami-Gefahr. Das Bebenzentrum lag in Tokios Nachbarpräfektur Ibaraki in rund 50 Kilometern Tiefe. Für Japan gab es keine Berichte über Schäden oder Verletzte. Während die Aufmerksamkeit auf die seismische Aktivität in der Region hoch bleibt, deutet die aktuelle Entwicklung in Indonesien darauf hin, dass die unmittelbare Tsunami-Gefahr nach dem Beben bei den Molukken gering ausfällt, trotz des tragischen Todesfalls in Manado.

