Die Europäische Kommission untersucht die geplante Übernahme des deutschen Möbelhändlers Porta durch die österreichische XXXLutz Gruppe. Die Behörde startete am Montag eine vertiefte Prüfung. Sie befürchtet, dass der Zusammenschluss den Wettbewerb in mehreren EU Ländern schwächen könnte. Besonders der Verkauf günstiger Möbel und die Macht gegenüber Lieferanten stehen im Mittelpunkt.
XXXLutz hatte den Kauf im Januar 2025 angekündigt. Beide Unternehmen gehören zu den großen Möbelhändlern in Deutschland. Auch in Tschechien und der Slowakei sind sie stark vertreten. Die Kommission will nun klären, ob die Übernahme anderen Händlern schaden und die Auswahl für Kunden einschränken könnte.
Porta betreibt mehr als 140 Möbelhäuser unter verschiedenen Marken. XXXLutz verfügt über mehr als 1.800 Geschäfte in mehreren europäischen Ländern. Zur Gruppe gehören XXXLutz, Mömax, Roller, Braun, Home24 und Möbelix. Neben Möbeln verkauft das Unternehmen auch Elektronik und Haushaltsgeräte.
Durch den Kauf würde XXXLutz sein Filialnetz weiter ausbauen. Die EU sieht darin mögliche Risiken für den Wettbewerb. In Deutschland, Tschechien und der Slowakei gibt es nur wenige große Händler, die ein breites Angebot an Möbeln in eigenen Filialen anbieten.
Die Kommission erklärte, dass ihre erste Prüfung mögliche Probleme gezeigt habe. Wenn zwei wichtige Anbieter zusammengehen, könnte der Wettbewerb in bestimmten Märkten deutlich abnehmen. Andere Händler hätten dann womöglich weniger Einfluss auf Preise und Angebote.
Besonders wichtig ist der Bereich der günstigen Möbel. Viele Verbraucher achten beim Kauf von Tischen, Stühlen, Betten und Schränken auf niedrige Preise. Wenn große Anbieter weniger Konkurrenz haben, könnte der Druck sinken, günstige Angebote zu machen. Auch die Auswahl für Kunden könnte kleiner werden.
Noch ist nicht klar, ob die geplante Übernahme tatsächlich zu höheren Preisen führen würde. Die Untersuchung soll zeigen, wie stark sich die Marktstellung von XXXLutz verändern könnte. Dabei prüft die EU auch, welche anderen Anbieter in den betroffenen Ländern tätig sind und wie viel Wettbewerb sie bieten können.
Neben den Kunden könnten auch Hersteller und Lieferanten betroffen sein. Die Kommission nennt Unternehmen in Deutschland, Tschechien, der Slowakei und Polen. Sie befürchtet, dass XXXLutz nach dem Kauf noch mehr Einfluss auf die Bedingungen im Einkauf gewinnen könnte.
Ein wichtiger Punkt ist die Einkaufsgemeinschaft GIGA International. Sie stärkt die Einkaufsmacht der XXXLutz Gruppe. Große Händler können durch hohe Bestellmengen oft günstigere Preise mit Herstellern aushandeln. Wenn XXXLutz durch Porta weiter wächst, könnte diese Macht noch größer werden.
Die EU will deshalb prüfen, ob kleinere Hersteller und andere Händler dadurch Nachteile erleiden könnten. Die Behörde muss bewerten, ob die Übernahme den fairen Wettbewerb beeinträchtigt. Dazu gehört auch die Frage, ob Lieferanten nach dem Zusammenschluss noch genügend andere große Kunden haben.
Die Kommission hat den 25. Februar als Frist für ihre Entscheidung festgelegt. Bis dahin will sie die möglichen Folgen des Geschäfts genauer untersuchen. Falls sie erhebliche Wettbewerbsprobleme feststellt, könnte sie Änderungen verlangen. Solche Auflagen sollen verhindern, dass der Zusammenschluss den Markt zu stark verändert.
XXXLutz will den Kauf weiter verfolgen. Alois Kobler, Chef von XXXLutz Deutschland, erklärte, das Unternehmen habe sich gründlich auf diese Phase vorbereitet. Die Gruppe wolle die Fragen der Kommission umfassend beantworten.
Auch Porta unterstützt das geplante Geschäft. Unternehmenschef Paul de Jong sagte, die Übernahme werde den Kunden Vorteile bringen. Welche konkreten Vorteile gemeint sind, wurde in der Erklärung jedoch nicht näher erläutert.
Für XXXLutz ist es nicht die erste Prüfung durch die EU in diesem Jahr. Bereits im Juli leitete die Kommission ein separates Verfahren ein. Dabei geht es um den Verdacht, dass XXXLutz den Kauf bereits umgesetzt haben könnte, bevor die nötige Genehmigung vorlag.
Dieser Vorwurf ist noch nicht abschließend geklärt. Sollte die EU einen Verstoß feststellen, könnte eine hohe Geldstrafe folgen. Sie könnte bis zu zehn Prozent des weltweiten Jahresumsatzes des Unternehmens betragen.
Die beiden Verfahren behandeln unterschiedliche Fragen. Die aktuelle Untersuchung konzentriert sich auf die Folgen der Übernahme für den Wettbewerb. Das frühere Verfahren prüft, ob XXXLutz die Regeln für die Genehmigung eingehalten hat.
Die Entscheidung wird für Kunden, Lieferanten und andere Möbelhändler wichtig sein. Sie soll klären, ob XXXLutz Porta wie geplant übernehmen darf oder Änderungen nötig sind. Bis zum Abschluss der Untersuchung bleibt offen, unter welchen Bedingungen die EU den Zusammenschluss genehmigen könnte.

