Die seit November vermisste Meisterschale des Handballbundesligisten Füchse Berlin ist wieder aufgetaucht. Nicht etwa bei den ursprünglich verdächtigten Tätern, sondern im Keller der eigenen Geschäftsstelle am Gendarmenmarkt. Bei einer internen Inventur stießen Mitarbeiter hinter einigen Kartons auf die begehrte Trophäe, wie Geschäftsführer Bob Hanning gegenüber der dpa bestätigte. Dieser überraschende Fund markiert eine bemerkenswerte Wendung in einem Fall, der die Sportwelt monatelang in Atem hielt und die Berliner Füchse, die im Sommer 2025 erstmals die Meisterschaft bejubelten, schwer getroffen hatte. Die Wiederentdeckung im eigenen Haus wirft neue Fragen auf und sorgt für Erleichterung zugleich bei den Verantwortlichen und Fans.
Die Meisterschale wurde bereits im Februar dieses Jahres entdeckt, doch die Füchse hielten den Fund zunächst geheim. Der Grund: Die Polizei musste weitere Beweise sichern. Laut einem Statement des Vereins wurde die Trophäe in den Kellerräumen “geschickt versteckt”, mit der Absicht, sie zu einem späteren Zeitpunkt von dort zu entwenden. Der Verein mutmaßt, dass den potenziellen Tätern das Risiko einer Entlarvung im weiteren Verlauf des geplanten Diebstahls wohl zu groß geworden sei. Diese Vermutung deutet auf einen internen oder zumindest gut informierten Täterkreis hin, der Zugang zu den Räumlichkeiten hatte und die Situation genau kannte. Die Entscheidung, die Schale im eigenen Keller zu deponieren, statt sie sofort zu entwenden, könnte ein Versuch gewesen sein, den Diebstahl zu einem späteren, unauffälligeren Zeitpunkt durchzuführen.
Die Trophäe war im November aus den Geschäftsräumen der Füchse Berlin verschwunden, woraufhin der Club einen Diebstahl meldete. Geschäftsführer Hanning zufolge nutzten die Täter einen Generalschlüssel und einen Transponder, was den Verdacht auf Insider von Anfang an verstärkte. Rund zwei Monate später nahm die Polizei in Berlin und Brandenburg zwei Verdächtige fest. Bei den darauf folgenden Durchsuchungen konnte die Meisterschale jedoch nicht gefunden werden. Stattdessen sicherten die Ermittler beunruhigende Gegenstände: einen Sterlingsilberbarren und einen Schmelzofen. Dies nährte den ernsthaften Verdacht, die Meisterschale könnte eingeschmolzen worden sein, eine Vorstellung, die die Handballgemeinschaft schockierte und die Hoffnung auf eine Wiederbeschaffung schwinden ließ.
Angesichts des drohenden Verlusts hatte Liga-Chef Frank Bohmann den Füchsen Berlin bereits eine neue Meisterschale in Aussicht gestellt. Dieser Plan ist nun hinfällig. “Die ist nun nicht mehr nötig. Der Auftrag wurde storniert”, erklärte Bob Hanning erleichtert. Die Wiederbeschaffung der Originaltrophäe ist nicht nur eine finanzielle Entlastung für den Verein, sondern auch ein symbolischer Sieg. Sie bedeutet, dass die Handballer ihren hart erkämpften Titel mit der echten, unverfälschten Trophäe feiern können, die sie sich im Juni des vergangenen Jahres verdient haben. Der Fall ist zwar noch nicht vollständig aufgeklärt, aber die Rückkehr der Meisterschale ist ein Happy End, das die Berliner Füchse und ihre Fans gleichermaßen jubeln lässt.

