Der VfB Stuttgart hat sich trotz einer 0:1-Niederlage im Rückspiel gegen Celtic Glasgow für das Achtelfinale der Europa League qualifiziert. Die Schwaben konnten sich auf ihren dominanten 4:1-Sieg im Hinspiel verlassen, der ein komfortables Polster schuf. Das Rückspiel im heimischen Stadion begann jedoch mit einem Schock, als Luke McCowan bereits nach rund 30 Sekunden für die Gäste traf. Trotz der ersten Heimniederlage der Europapokalsaison musste der VfB zu keinem Zeitpunkt ernsthaft um das Weiterkommen zittern, die Gesamtleistung über beide Spiele hinweg war ausschlaggebend. Diese Partie, die von einer enttäuschenden Vorstellung geprägt war, steht im krassen Gegensatz zum überzeugenden Auftritt im Celtic Park und dient als Mahnung, auch bei vermeintlich sicherer Führung die Konzentration hochzuhalten. Die Qualifikation ist ein Erfolg, der trotz des Dämpfers zu Hause gebührend gefeiert wird.
Coach Sebastian Hoeneß hatte seine Mannschaft im Vorfeld ausdrücklich vor Nachlässigkeit gewarnt und auf die Wichtigkeit voller Leistungsbereitschaft von der ersten Minute an hingewiesen, insbesondere vor dem Hintergrund eines verspielten Champions-League-Vorsprungs. Doch die Warnungen blieben ungehört, als ein fataler Fehlpass von Chema Andrés, ein Ausrutscher von Luca Jaquez und ein missglücktes Eingreifen von Finn Jeltsch zum Blitzstart der Schotten führten. Ohne den gelbgesperrten Abwehrchef Jeff Chabot wirkte das Stuttgarter Team anfangs unsortiert und fand nur schwer ins Spiel. Die frühe Führung gab Celtic, die ebenfalls mit einer deutlich umgebauten Startelf aufliefen, zusätzliche Sicherheit in der Defensive und erschwerte es den Gastgebern, Druck aufzubauen. Hoeneß’ Plan war bereits mit der ersten Aktion hinfällig, was sich als roter Faden durch die gesamte erste Hälfte ziehen sollte.
Die Zuschauer sahen eine Heimmannschaft, die sich schwergetan hat, gefährliche Akzente zu setzen. Trotz optischer Kontrolle und der Anfeuerung durch die Fans mangelte es an Durchschlagskraft. Die beste Chance in der ersten Hälfte vergab Badredine Bouanani, der am starken Celtic-Torwart Viljami Sinisalo scheiterte. Hoeneß reagierte in der Pause mit Einwechslungen wie Chris Führich, später folgten Ermedin Demirovic und Angelo Stiller, um den Druck zu erhöhen. Der Gastgeber drängte auf den Ausgleich, doch sowohl Tiago Tomás als auch Bouanani ließen ihre Gelegenheiten ungenutzt. Zu allem Überfluss wurden zwei potenzielle Treffer, erzielt von Führich und Deniz Undav, nach VAR-Entscheidungen wegen Abseitsstellungen annulliert – eine bittere Pille, die an das jüngste Bundesliga-Spiel in Heidenheim erinnerte und die offensive Frustration der Stuttgarter weiter verstärkte.
Nach diesem Europa-League-Zwischenrunden-Duell gegen die Schotten richtet sich der Blick des VfB Stuttgart nun auf die nächste Runde. Am Freitag wird ausgelost, ob die Schwaben am 12. und 19. März auf Sporting Braga oder den FC Porto treffen, beides portugiesische Teams, die sich direkt für die besten 16 Mannschaften qualifiziert hatten. Bevor die europäische Reise weitergeht, steht für den VfB jedoch zunächst der Bundesliga-Alltag auf dem Programm. Am kommenden Sonntag wartet eine wichtige Partie gegen den VfL Wolfsburg, bei der es gilt, die Konzentration nach dem europäischen Erfolg wieder auf die nationalen Aufgaben zu lenken und eine Reaktion auf die Heimniederlage zu zeigen. Die Mannschaft muss nun schnell wieder zu ihrer Topform finden, um in beiden Wettbewerben bestehen zu können.

