Die Frauen des VfL Wolfsburg haben in einem wahrhaft kuriosen Bundesligaspiel gegen Union Berlin ein überraschendes 3:3-Unentschieden erzielt. Zwischen den beiden Viertelfinalpartien der Champions League gegen OL Lyoness schonte Trainer Stephan Lerch zahlreiche Stammspielerinnen, was zu einem ungewöhnlichen Spielverlauf führte. Das Team, das auf die verletzte Alexandra Popp verzichten musste, konnte damit vorerst nicht den möglichen Gewinn der Deutschen Meisterschaft durch Rivale FC Bayern München verhindern. Dieser Punktgewinn, der sich am Ende als glücklich erwies, hielt die Zuschauer im Stadion bis zur letzten Sekunde in Atem und offenbarte die Tiefe des Kaders, aber auch die Herausforderungen bei weitreichenden Rotationen.
Der fehlende Spielfluss zu Beginn war spürbar, und die erste Führung für Union Berlin durch Hannah Eurlings in der 43. Minute entsprang einem ungewöhnlichen Fehler: Die Norwegerin Guro Bergsvand verlor den Ball im eigenen Strafraum. Doch noch vor dem Halbzeitpfiff gelang dem VfL der Ausgleich. Nationalspielerin Janina Minge, die als Kapitänin agierte, verwandelte eine zu kurz abgewehrte Flanke sehenswert per Volley in den rechten Winkel in der 45.+1 Minute. Dies war ihr erster entscheidender Beitrag in einem Spiel, das noch viele Wendungen nehmen sollte und sie auf unerwartete Weise in den Mittelpunkt rückte.
Die zweite Halbzeit brachte noch mehr Dramatik. Nach der Einwechslung von Camilla Küver in der 57. Minute unterlief der Innenverteidigerin nur fünf Minuten später ein kurioses Eigentor (62. Minute), als ihr Rückpassversuch Torhüterin Stina Johannes auf dem falschen Fuß erwischte. Union Berlin nutzte diese Unsicherheiten und ging nach einem Eckball durch Jenny Hipp in der 78. Minute erneut in Führung. Die Schlussphase wurde dann zum ultimativen Test für die ‘Wölfinnen’. Torhüterin Johannes sah in der 87. Minute die Rote Karte nach einer Notbremse, und da bereits alle fünf Wechseloptionen ausgeschöpft waren, musste Janina Minge die ungewohnte Rolle zwischen den Pfosten übernehmen. Ein Moment, der die Besonderheit dieses Spiels nochmals unterstrich.
Trotz der Unterzahl und der ungewohnten Torhüterin Minge drängte der VfL Wolfsburg auf den Ausgleich. In der fünften Minute der Nachspielzeit wurde die Moral der Mannschaft belohnt, als Judit Pujols nach einer Flanke von Svenja Huth am zweiten Pfosten frei stand und den Ball über die Linie drückte. Ein wahrer Kraftakt, der von Küver, Johannes und Minge besonders bejubelt wurde. Nun liegt der Fokus der Wolfsburgerinnen auf dem kommenden Champions-League-Rückspiel, wo sie ihren knappen Vorsprung gegen Lyon verteidigen müssen, um erstmals seit 2023 wieder das Halbfinale zu erreichen. Dieser Punktgewinn, so ungewöhnlich er auch war, könnte der Mannschaft einen zusätzlichen Schub für die bevorstehenden Aufgaben geben.

