Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat Foundayo von Eli Lilly, ein zweites orales Medikament zur Behandlung von Fettleibigkeit und gewichtsbedingten Erkrankungen, zugelassen. Dieses GLP-1-Medikament, das ab Montag in den USA unter dem Markennamen Foundayo erhältlich sein soll, wirkt ähnlich wie Abnehmspritzen, indem es ein Hormon nachahmt, das Appetit und Sättigungsgefühl reguliert. Die beschleunigte Zulassung innerhalb von nur 50 Tagen unterstreicht die Dringlichkeit und das Potenzial des Marktes für gewichtsregulierende Medikamente. Foundayo soll Patienten helfen, Gewicht zu verlieren oder es zu halten.
In einer klinischen Studie mit über 3000 fettleibigen Erwachsenen über mehr als 16 Monate verloren die Teilnehmer bis zu 11,2 Prozent ihres Körpergewichts, durchschnittlich etwa zwölf Kilogramm. Die Kontrollgruppe, die ein Placebo erhielt, nahm laut dem New England Journal of Medicine lediglich 2,5 Kilogramm ab. Obwohl Foundayo einen geringeren Gewichtsverlust als injizierbare Abnehmspritzen zeigt, bietet die bequeme Einnahme als Tablette eine attraktive Alternative für viele, die Spritzen scheuen.
Mit Foundayo tritt Eli Lilly in direkte Konkurrenz zu Novo Nordisk und dessen Abnehmpille Wegovy, die in den USA bereits über 600.000 Mal verschrieben wurde. Pillen gelten aufgrund ihrer oralen Einnahme als besser vermarktbar und patientenfreundlicher, auch wenn sie einen moderateren Gewichtsverlust als Spritzen bewirken. Der Markt für Abnehmmittel ist extrem lukrativ, mit Schätzungen von bis zu 150 Milliarden Dollar Umsatz pro Jahr. Foundayo wird diesen Wettbewerb weiter anheizen.
Die Börse reagierte umgehend: Die Aktien von Eli Lilly stiegen am Mittwoch um 4,4 Prozent auf 960,60 Dollar und zählten zu den Top-Performern im S&P 500 Index. Diese Entwicklung unterstreicht das enorme Vertrauen des Marktes in Foundayo. Es wird erwartet, dass für Lillys neue Pille auch die Vereinbarungen der Trump-Regierung zur Senkung der Preise für Abnehmmedikamente gelten. Eli Lilly hatte Novo Nordisk bereits zuvor auf dem Markt für Abnehmspritzen überholt, während der dänische Konkurrent zuletzt mit Stellenabbau und einem Führungswechsel zu kämpfen hatte.

