Uganda feiert einen bedeutenden Meilenstein im Naturschutz: Nach 43 Jahren leben wieder Nashörner im Kidepo-Valley-Nationalpark. Zwei Breitmaulnashörner wurden erfolgreich in das Schutzgebiet gebracht, mit dem Ziel, insgesamt acht Tiere dort anzusiedeln. Direktor James Musinguzi von der Naturschutzbehörde bezeichnete dieses Ereignis als den Beginn einer neuen Ära für die majestätischen Tiere in dem ostafrikanischen Land. Die Rückkehr dieser Spezies in ihr ursprüngliches Verbreitungsgebiet, aus dem sie fast ein halbes Jahrhundert lang verschwunden waren, markiert einen entscheidenden Erfolg für die Arterhaltung und die Wiederherstellung des ökologischen Gleichgewichts im Kidepo-Tal. Dieser Schritt unterstreicht Ugandas Engagement für den Schutz seiner einzigartigen Biodiversität und bietet neue Hoffnung für die Zukunft der Nashornpopulationen in der Region.
Die neu angesiedelten Nashörner stammen aus dem Ziwa-Nashornschutzgebiet, das ebenfalls in Uganda liegt. Von dort wurden sie über 300 Kilometer weiter nördlich in ihre historische Heimat im Kidepo-Tal gebracht. Um den Tieren eine sichere Eingewöhnung zu ermöglichen und ihren Schutz zu gewährleisten, wurden umfassende Maßnahmen ergriffen. Dazu gehören die Errichtung von Zäunen, die Schaffung neuer Wasserstellen sowie die Implementierung eines modernen Überwachungssystems. Bevor die Tiere vollständig in die weitläufige Wildnis des Nationalparks entlassen werden, verbleiben sie zunächst in einem speziell dafür eingerichteten Schutzgebiet. Diese sorgfältige Herangehensweise soll sicherstellen, dass sich die Nashörner optimal an ihre neue Umgebung anpassen können und die besten Überlebenschancen haben.
Die Ausrottung der Nashörner in Uganda, insbesondere im Kidepo-Tal, erfolgte vor fast einem halben Jahrhundert. Bis in die Siebzigerjahre waren sie ein fester Bestandteil des lokalen Ökosystems. Während der politischen Unruhen in Uganda wurden die Nashörner jedoch von Wilderern und Jägern gnadenlos abgeschlachtet, sowohl in Kidepo als auch in anderen Nationalparks des Landes. Heute hat sich die Situation in Uganda verbessert: Mittlerweile leben wieder 61 Nashörner im Land, unter anderem durch die erfolgreiche Umsiedlung von acht Nashörnern aus Südafrika im vergangenen Jahr. Das Breitmaulnashorn, von dem global zwischen 16.000 und 18.000 Exemplare existieren – hauptsächlich in Südafrika, Simbabwe, Namibia und Kenia –, ist als einzige der fünf Nashornarten derzeit nicht vom Aussterben bedroht. Die IUCN stuft das Südliche Breitmaulnashorn jedoch als “potenziell gefährdet” ein, da die Bestände zurückgehen.
Trotz dieser Erfolge bleibt die Wilderei in Uganda ein dringendes und lukratives Problem. Naturschützer berichten von wiederholten Festnahmen und strafrechtlichen Verfolgungen von Verdächtigen, die in den illegalen Handel mit Elfenbein, Schuppentieren und anderen geschützten Arten verwickelt sind. Der Handel mit Nashornhörnern ist nach wie vor äußerst profitabel, angetrieben durch eine hohe Nachfrage in der traditionellen Medizin und als Statussymbol, insbesondere in Teilen Asiens. Diese anhaltende Bedrohung unterstreicht die Notwendigkeit konsequenter Schutzmaßnahmen und internationaler Zusammenarbeit. Allein im letzten Jahr wurden laut der Organisation „Save the Rhino“ in Südafrika 352 Nashörner illegal getötet, was die globale Dimension des Problems verdeutlicht und zeigt, dass die Bemühungen im Kidepo-Tal Teil eines viel größeren Kampfes für den Artenschutz sind.

