Rund 4,9 Millionen Kinder starben im Jahr 2024, bevor sie ihren fünften Geburtstag erreichten. Diese alarmierende Zahl geht aus neuen Schätzungen der Vereinten Nationen hervor, die gemeinsam von Unicef, der Weltbank, der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der Bevölkerungsabteilung der Vereinten Nationen erstellt wurden. Der Großteil dieser Tragödien wäre vermeidbar gewesen, etwa durch einen besseren Zugang zu grundlegender Gesundheitsversorgung, präventive Maßnahmen gegen Komplikationen bei Frühgeburten und die wirksame Bekämpfung von Krankheiten wie Malaria. Diese Zahlen werfen ein Schlaglicht auf die anhaltenden globalen Herausforderungen im Bereich der Kindergesundheit und die dringende Notwendigkeit, internationale Anstrengungen zu intensivieren, um das Überleben von Kindern zu sichern.
Obwohl sich die Zahl der vermeidbaren Todesfälle bei Kindern seit dem Jahr 2000 mehr als halbiert hat, ist ein beunruhigender Trend zu beobachten: Seit 2015 hat sich der Fortschritt bei der Senkung der Kindersterblichkeit deutlich verlangsamt. Die Zahl der Todesfälle lag 2022 ebenfalls bei 4,9 Millionen und sank 2023 leicht auf 4,8 Millionen. Auch wenn die für 2024 ausgewiesene Zahl wieder bei 4,9 Millionen liegt, weisen die Organisationen darauf hin, dass die Daten in den Jahren 2023 und 2024 unterschiedlich berechnet wurden und daher nicht direkt vergleichbar sind. Eine Sprecherin der WHO bestätigte jedoch eine weltweite Verlangsamung der Reduzierung von Sterblichkeitsraten, was Anlass zur Sorge gibt.
Verschiedene globale Krisen und strukturelle Mängel tragen maßgeblich zu dieser Verlangsamung des Fortschritts bei. Konflikte und Kriege in zahlreichen Regionen, wirtschaftliche Instabilität, die zunehmenden Auswirkungen des Klimawandels sowie chronisch schwache Gesundheitssysteme sind nur einige der Faktoren, die verhindern, dass Kinder die notwendige Versorgung erhalten. Diese Belastungen werden zusätzlich durch Kürzungen bei der Entwicklungshilfe verschärft. Die WHO-Sprecherin warnte eindringlich davor, dass diese Faktoren zusammen das Risiko bergen, bisherige Erfolge zu untergraben und zu einer Stagnation oder sogar einem Rückschritt bei den mühsam erzielten Fortschritten beim Überleben von Kindern führen könnten, wenn nicht umgehend gegengesteuert wird.
Die am Mittwoch veröffentlichten Zahlen für 2024 beziehen sich auf die Zeit, *bevor* große Geberländer wie die Vereinigten Staaten, gefolgt vom Vereinigten Königreich und Deutschland, ihre Budgets für internationale Hilfe drastisch kürzten. Ein Bericht der Gates-Stiftung von Ende 2025 zeigte bereits einen Rückgang der weltweiten Entwicklungszusammenarbeit im Gesundheitsbereich um knapp 27 Prozent gegenüber 2024. Unicef-Exekutivdirektorin Catherine Russell äußerte sich besorgt: „Kein Kind sollte an Krankheiten sterben, die wir verhindern können. Doch wir sehen besorgniserregende Anzeichen dafür, dass sich die Fortschritte beim Überleben von Kindern verlangsamen – und das in einer Zeit weiterer globaler Budgetkürzungen.“ Zudem befürchten die Organisationen, dass diese Kürzungen die Datenerhebung schwächen und die Messung weiterer Fortschritte erschweren könnten.

