Der deutsche Einzelhandelsimmobilienmarkt erlebt eine bemerkenswerte Erholung, insbesondere in den pulsierenden Innenstädten der Metropolen. Eine aktuelle Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) prognostiziert, dass die durchschnittlichen Mieten für Einzelhandelsflächen in diesen Premiumlagen im Jahr 2025 um beeindruckende 6,0 Prozent gestiegen sind. Dieses robuste Wachstum übertrifft die allgemeine Inflationsrate von rund 2,3 Prozent deutlich und kompensiert die schwächere Entwicklung der Vorjahre. Die Ergebnisse signalisieren eine deutliche Wiederbelebung: Die Einzelhandelsmieten steigen nicht nur wieder, sondern übertreffen an vielen Standorten sogar die Verbraucherpreise, was auf ein erstarktes Vertrauen in den stationären Handel hindeutet.
Die IW-Studie beleuchtet zudem eine ausgeprägte räumliche Konzentration innerhalb der innerstädtischen Einzelhandelslandschaft. Obwohl sich die physische Ausdehnung attraktiver Innenstadtlagen möglicherweise verkleinert, bleibt ihre Begehrlichkeit ungebrochen. Diese erstklassigen Standorte sind zunehmend gefragt und führen zu einem spürbaren Preisaufschlag. Im Durchschnitt wird für eine zentrale Innenstadtlage ein etwa 60 Prozent höherer Mietpreis als im üblichen Stadtgebiet geschätzt. Interessanterweise zeigte dieser Aufschlag im Untersuchungszeitraum von 2018 bis 2025 einen Rückgang. Dieser Trend wird jedoch durch die direkte Lage an Haupteinkaufsstraßen, insbesondere in den sieben größten Städten Deutschlands, ausgeglichen, wo die Nachfrage nach erstklassigen Einzelhandelsflächen die Preise weiterhin in die Höhe treibt.
Dieser beobachtete Aufwärtstrend im stationären Handel ist auf mehrere Faktoren zurückzuführen. Das IW führt die Erholung teilweise auf eine Marktbereinigung zurück, was sich in einem Rückgang der Gesamtzahl der Inserate widerspiegelt. Dies deutet darauf hin, dass weniger profitable Flächen den Markt verlassen haben und Platz für robustere Angebote schaffen. Gleichzeitig hat sich die Wachstumsdynamik im Onlinehandel abgeschwächt, was dem stationären Handel ermöglicht, wieder Boden gutzumachen. Diese Kombination aus Marktkonsolidierung und einer Verlangsamung des Onlinehandels scheint ein günstigeres Umfeld für den physischen Einzelhandel zu schaffen und treibt Investitionen sowie Mietpreise in wichtigen urbanen Geschäftszentren wieder an.
Die umfassende Analyse des IW basiert auf einem umfangreichen Datensatz von rund 268.000 Einzelhandelsmietangeboten aus ganz Deutschland. Diese Angebote wurden sorgfältig aus der Immobilienmarktdatenbank der Value AG extrahiert und liefern strukturierte Informationen zu Objekteigenschaften, Angebotsdetails, Mietpreisen und präzisen geografischen Gegebenheiten. Die Studie deckt einen signifikanten Zeitraum vom 1. Januar 2018 bis zum 31. Dezember 2025 ab und bietet somit eine robuste, langfristige Perspektive auf die Entwicklung der Einzelhandelsmieten in deutschen Innenstädten. Die Verlässlichkeit dieser Daten untermauert die Schlussfolgerungen der Studie hinsichtlich der aktuellen positiven Entwicklung des stationären Einzelhandelsmarktes.

