Präsident Wolodymyr Selenskyj hat eine erschütternde Bilanz der russischen Angriffe im vergangenen Winter vorgelegt. Laut seinen Angaben setzte Russland allein in den drei Wintermonaten fast 19.000 Kampfdrohnen, über 14.670 Gleitbomben und 738 Raketen gegen die Ukraine ein. Diese massive Eskalation der Gewalt, die oft zivile Ziele traf, zeugt von Moskaus unverminderter Aggression. Selenskyj betonte, dass in der letzten Winterwoche über 1.720 Drohnen, fast 1.300 Gleitbomben und mehr als 100 Raketen registriert wurden. Die Mehrheit der Drohnen sei vom iranischen Bautyp Schahed, was internationale Bedenken hinsichtlich der Waffenlieferungen an Russland verstärkt.
Die jüngsten Angriffe unterstreichen die andauernde Bedrohung für die ukrainische Bevölkerung. In der Region Dnipropetrowsk forderte ein russischer Angriff ein Todesopfer und vier Verletzte. Auch die Stadt Cherson wurde am Sonntag schwer getroffen, wobei vier Menschen ums Leben kamen. Selenskyj warf Moskau vor, in diesem Winter keinerlei Versuch unternommen zu haben, die Angriffe auf zivile kritische Infrastruktur zu rechtfertigen, was eine klare Verletzung internationaler Kriegsgesetze darstellt. Die ständigen Bombardements, oft nachts durchgeführt, halten die Bevölkerung in einem Zustand permanenter Angst und Unsicherheit.
Trotz der immensen Herausforderungen hat die Ukraine den schwierigsten Winter seit Beginn der russischen Invasion überstanden, wie Präsident Selenskyj in einer Videoansprache zum meteorologischen Frühlingsbeginn verkündete. Er hob die Widerstandsfähigkeit der Ukrainer hervor und erklärte, dass die russischen Versuche, die Nation zu vernichten, gescheitert seien. Die von der Nachrichtenagentur AFP ausgewerteten Militärdaten belegen die Intensität der Angriffe, mit 288 nächtlichen Raketenangriffen im Februar – dem höchsten Wert seit drei Jahren, gegenüber 135 im Januar. Diese zielten vorrangig auf die Energieinfrastruktur des Landes ab.
Die verstärkten Angriffe auf die Energieversorgung führten zur schlimmsten Energiekrise seit Februar 2022. Hunderttausende Ukrainer waren zeitweise ohne Heizung und Strom, und auch heute noch kommt es zu geplanten Stromabschaltungen. Die humanitären Auswirkungen dieser gezielten Zerstörung sind verheerend und stellen die Versorgungssicherheit der Zivilbevölkerung auf eine harte Probe. Vier Jahre nach dem Beginn der Großinvasion hat Russland zwar sein Ziel einer Eroberung der Ukraine verfehlt, aber als Zerstörer enorme Schäden angerichtet, die auf Jahre hinaus das Leben der Menschen beeinträchtigen werden.

