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Home»Gesellschaft»Glücksspielsucht: Männer haben höheres Suchtrisiko
Gesellschaft

Glücksspielsucht: Männer haben höheres Suchtrisiko

By March 12, 20262 Mins Read
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Eine aktuelle Studie des Instituts für interdisziplinäre Sucht- und Drogenforschung in Zusammenarbeit mit der Universität Bremen bestätigt: Männer bleiben deutlich anfälliger für Glücksspielsucht als Frauen. Die Untersuchung, die das Glücksspielverhalten in Deutschland im vergangenen Jahr analysierte, zeigt, dass 3,2 Prozent der Männer eine glücksspielassoziierte Störung aufweisen, während der Anteil bei Frauen lediglich 1,1 Prozent beträgt. Das gesamte Glücksspielverhalten in Deutschland blieb im Vergleich zur Erhebung von 2023 weitgehend konstant, jedoch mit einer klaren geschlechterbezogenen Disparität im Suchtrisiko. Diese Erkenntnisse unterstreichen die Notwendigkeit, Präventions- und Hilfsangebote geschlechtsspezifisch zu überdenken und anzupassen.

Besonders alarmierend ist die Situation unter jüngeren Erwachsenen. Die Studie identifiziert die Altersgruppe der 18- bis 25-Jährigen als am stärksten gefährdet, mit einem Suchtrisiko von 4,6 Prozent. Im Gegensatz dazu fällt der Anteil der Spielerinnen und Spieler mit einer Störung in der Altersgruppe der 56- bis 70-Jährigen mit 0,8 Prozent signifikant geringer aus. Auch die Art der gespielten Glücksspiele spielt eine entscheidende Rolle. Virtuelle Automatenspiele weisen mit 32,5 Prozent den höchsten Anteil an Menschen mit spezifischen Störungen auf, gefolgt von Geld- (23,4 Prozent) und Glücksspielautomaten (28,1 Prozent) sowie Live-Sportwetten (27,0 Prozent). Diese Daten verdeutlichen die spezifischen Hotspots des Suchrisikos innerhalb des Glücksspielmarktes.

Trotz der erhöhten Risiken in bestimmten Spielkategorien zeigt die Studie, dass das klassische Zahlenlotto 6 aus 49 nach wie vor das beliebteste Glücksspiel in Deutschland ist. Etwa jeder Dritte nimmt innerhalb von zwölf Monaten an mindestens einem Glücksspiel um Geld teil. Auf Basis dieser umfassenden Ergebnisse schlägt Projektleiter Jens Kalke vor, dass “Maßnahmen des Spieler- und Jugendschutzes evaluiert und gegebenenfalls angepasst werden” sollten. Die Untersuchung bestätigt zudem eine hohe Bekanntheit des Glücksspielverbots für Minderjährige, das von 85 Prozent der Befragten gekannt und von neun von zehn Personen befürwortet wird. Dies bietet eine gute Grundlage für weitere Schutzmaßnahmen.

Für die Studie wurden 2025 insgesamt 12.340 Menschen im Alter von 16 bis 70 Jahren befragt. Die Autoren betonten die verbesserte Methodik nach Kritik an früheren Erhebungen von 2021 und 2023, deren Datengrundlagen aufgrund methodischer Mängel keine repräsentativen Schlüsse zuließen. Parallel zu diesen sozialen Aspekten zeigt der Tätigkeitsbericht der gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder, dass der legale Glücksspielmarkt weiterhin wächst. Im Jahr 2024 beliefen sich die Bruttospielerträge auf rund 14,4 Milliarden Euro, ein Anstieg von etwa fünf Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Diese finanziellen Entwicklungen unterstreichen die wirtschaftliche Bedeutung des Glücksspiels, machen aber auch die Notwendigkeit effektiver Präventionsstrategien umso dringlicher.

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