Polen verstärkt seine Grenze im Osten. Dafür baut das Land das Verteidigungssystem Ost-Schild. Es soll einen möglichen Angriff aus dem Osten erschweren. Auch Deutschland hilft bei den Arbeiten.
Seit Juni sind rund 40 deutsche Pioniere in Polen im Einsatz. Sie arbeiten nahe Budry in Masuren. Das Gebiet liegt nahe der Grenze zu Russland. Von ihrem Arbeitsort ist der Grenzzaun zwischen Polen und Russland zu sehen.
Die Bundeswehr-Soldaten bauen dort Sperren gegen Panzer. Dafür setzen sie große Betonblöcke ein. Diese Blöcke werden auch Tschechische Igel genannt. Sie können schwere Fahrzeuge stoppen oder deren Weg verlangsamen.
Ein Bagger hebt die Betonblöcke von Lastwagen. Danach werden sie auf dem Boden platziert. Die Sperren stehen in mehreren Reihen. Ein tiefer Graben ergänzt die Anlage. Weitere Hindernisse befinden sich direkt an der Grenze.
Der Abschnitt bei Budry ist nur ein kleiner Teil des Ost-Schilds. Polen begann 2024 mit dem Bau des Systems. Das gesamte Verteidigungsprojekt soll später rund 800 Kilometer lang sein.
Die polnische Regierung sieht das Ost-Schild als Schutz für die östliche Grenze. Ministerpräsident Donald Tusk hatte einen ersten fertigen Abschnitt im November 2024 besucht. Er sagte damals, das System solle einen möglichen Angreifer abschrecken.
Der russische Angriff auf die Ukraine hat die Sicherheitslage in Polen stark verändert. Seit Februar 2022 baut Warschau seine militärischen Fähigkeiten aus. Dazu gehören neue Waffen, mehr Soldaten und zusätzliche Verteidigungsanlagen.
Auch die Militärausgaben sind deutlich gestiegen. Polen plant für 2026 rund 200 Milliarden Złoty für die Verteidigung. Das entspricht fast fünf Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Damit gehört Polen beim Anteil der Verteidigungsausgaben zur Spitze innerhalb der NATO.
Warschau kauft zudem moderne Waffensysteme. Besonders viele Bestellungen kommen aus den USA. Gleichzeitig investiert Polen in eigene militärische Infrastruktur.
Die deutschen Pioniere leisten dabei praktische Unterstützung. In den ersten sechs Wochen ihres Einsatzes bauten sie mehr als einen Kilometer an Panzerhindernissen. Ein polnischer General lobte die Arbeit der deutschen Soldaten.
Der deutsche General Tito Gante besuchte ebenfalls die Baustelle. Er betonte die Zusammenarbeit zwischen den Soldaten beider Länder. Nach seinen Worten steht Deutschland bereit, Demokratie und Freiheit zu schützen.
Die Bundeswehr hat die Unterstützung für das Ost-Schild zu einem offiziellen Auftrag erklärt. Deutschland will damit zur Abschreckung an der NATO-Ostflanke beitragen.
Der Einsatz der deutschen Soldaten hat auch eine politische Bedeutung. Polen will damit die Rolle seiner Ostgrenze hervorheben. Diese Grenze ist zugleich die Außengrenze der NATO und der Europäischen Union.
Der Analyst Lukasz Jasinski vom Polnischen Institut für Internationale Angelegenheiten erklärte, Polen wolle seine westlichen Partner stärker für diese Grenze sensibilisieren. Aus polnischer Sicht betrifft ihre Sicherheit damit auch andere NATO- und EU-Staaten.
Polen und Deutschland arbeiten bereits seit vielen Jahren militärisch zusammen. Polen wurde 1999 Mitglied der NATO. Seitdem haben beide Länder ihre Zusammenarbeit bei Übungen und Ausbildungsprogrammen ausgebaut.
Ein wichtiger Mittelpunkt ist Stettin. Dort befindet sich das Multinationale Korps Nordost der NATO. Deutsche und polnische Soldaten arbeiten dort gemeinsam mit weiteren Partnern.
Auch bei der Luftverteidigung gibt es enge Verbindungen. Deutschland hat Polen Patriot-Systeme zur Unterstützung bereitgestellt. Deutsche Kampfjets waren zudem an NATO-Einsätzen zum Schutz des polnischen Luftraums beteiligt.
Nach dem russischen Angriff auf die Ukraine gab es zunächst Spannungen zwischen Berlin und Warschau. Polen kritisierte die vorsichtige deutsche Reaktion. Die militärische Zusammenarbeit beider Länder wurde danach jedoch weiter ausgebaut.
Die deutschen Pioniere sollen zunächst bis Oktober in Polen bleiben. Danach können sie an anderen Abschnitten des Ost-Schilds eingesetzt werden. Die Arbeiten bei Budry sollen in Kürze abgeschlossen werden.
Das Projekt wird damit Schritt für Schritt erweitert. Polen baut seine Verteidigung an der Ostgrenze aus. Deutschland unterstützt einen Teil dieser Arbeiten. Für beide Staaten ist die Zusammenarbeit an der NATO-Ostflanke ein wichtiger Bestandteil ihrer gemeinsamen Sicherheitsarbeit.

