Donald Trumps ambitionierter »Friedensrat«, von ihm selbst als Kontrolleur der Vereinten Nationen auserkoren, hat seine erste Sitzung abgehalten, um einen dauerhaften Frieden im Gazastreifen zu schmieden. Der ehemalige US-Präsident offenbarte dabei einmal mehr seine Ambitionen auf den Friedensnobelpreis, indem er offen über seine Erwartungen an eine mögliche Auszeichnung sprach. Der Fokus des Auftakttreffens im »Donald J. Trump Institute for Peace« lag weniger auf inhaltlichen Debatten als vielmehr auf Trumps ausführlicher Vorstellung der anwesenden Würdenträger und dem Verteilen großzügiger Lobesworte.
Zu den prominenten Teilnehmern zählten Premierminister aus Katar und Rumänien, die Präsidenten von Usbekistan und Indonesien, sowie Vertreter aus Marokko, Albanien, Kosovo und Kasachstan. Donald Trump hob besonders die angebliche »Härte« des indonesischen Präsidenten Prabowo hervor und bezeichnete den usbekischen Präsidenten Mirsijojew als »Freund«. Auch Fifa-Präsident Gianni Infantino, ein bekennender Trump-Fan, war anwesend und kündigte die Bereitstellung von Geldern für den Bau von Fußballstadien in Gaza an. Länder wie Deutschland, Großbritannien und Italien nahmen lediglich als Beobachter teil.
Die Initiative Trumps stößt jedoch auf erhebliche Bedenken. Kritiker äußern große Sorge, dass die Selbstbestimmung der Palästinenser im Gazastreifen nur unzureichend berücksichtigt wird – ein Aspekt, der sich auch darin widerspiegelt, dass das Wort »Gaza« in der Charta des Gremiums gänzlich fehlt. Zudem sind einige der beteiligten Nationen für ihre fragwürdige Menschenrechtsbilanz bekannt, was vor dem Veranstaltungsort zu kleineren Protesten führte. Diese kontroversen Punkte werfen Schatten auf Trumps Vision eines dauerhaften Friedens.
Trumps langfristiges Ziel für sein selbst ernanntes Gremium ist ehrgeizig: Es soll »fast schon überwachen« und sicherstellen, dass die Vereinten Nationen »ordnungsgemäß funktionieren«. Finanzielle Zusagen umfassen bisher sieben Milliarden US-Dollar an Soforthilfe für Gaza, wobei Trump weitere zehn Milliarden vom Kongress genehmigt sehen möchte. Diese Summen stehen jedoch im starken Kontrast zu internationalen Schätzungen, die den Wiederaufbau des Gazastreifens auf 70 Milliarden Dollar beziffern, was die Herausforderungen der Initiative zusätzlich unterstreicht.

