Das US-Zentralkommando (Centcom) hat zehn Tage nach Beginn der US-israelischen Angriffe auf Iran neue Daten zur “Operation Epic Fury” veröffentlicht. Demnach wurden bisher mehr als 5000 Ziele angegriffen, darunter Kommandozentralen, Flugabwehrsysteme, Abschussrampen ballistischer Raketen, militärische Kommunikationseinrichtungen sowie Produktionsstätten für Drohnen und Raketen. Mindestens 50 iranische Schiffe seien zerstört oder beschädigt worden. Parallel dazu äußerte sich US-Präsident Donald Trump optimistisch, der Krieg gegen Iran könnte deutlich früher als erwartet beendet sein. Er sprach davon, dass der Krieg “so gut wie beendet” sei und man “weit vor dem Zeitplan” liege, im Gegensatz zu früheren Schätzungen von vier bis sechs Wochen Kriegsdauer.
Irans Revolutionswächter konterten Trumps Äußerungen jedoch scharf und betonten, dass die Entscheidung über das Kriegsende in ihren Händen liege. “Wir sind diejenigen, die über das Ende des Kriegs entscheiden”, hieß es aus Teheran, und die “Bedingungen auf dem Schlachtfeld und das Ende des Kriegs liegen in den Händen der Islamischen Republik.” Diese klare Abgrenzung unterstreicht die tiefe Kluft in der Bewertung der militärischen Lage und der Kontrolle über den Konflikt. Gleichzeitig haben sich Israels Streitkräfte auch Gefechte mit der vom Iran unterstützten Hisbollah-Miliz im Süden Beiruts geliefert, was die regionale Verflechtung des Konflikts verdeutlicht.
Trumps Aussagen zum baldigen Kriegsende scheinen auch darauf abzuzielen, die globalen Kapitalmärkte zu beruhigen. Dies zeigte sich in einem sofortigen Rückgang des Rohölpreises der Sorte Brent, der nach Trumps Interview unter die 90-US-Dollar-Marke fiel, nachdem er zuvor die 100-Dollar-Grenze überschritten hatte. Auch die US-Börsen schlossen im Plus. Indes ist die Zahl der im Irankrieg gefallenen US-Einsatzkräfte auf sieben gestiegen, nachdem Sergeant Benjamin N. Pennington seinen Verletzungen erlag, die er bei einem Angriff in Saudi-Arabien erlitten hatte. Die globalen Dimensionen des Konflikts wurden auch durch ein einstündiges Telefonat zwischen Trump und Kremlchef Wladimir Putin deutlich, in dem über Iran und die Ukraine gesprochen wurde, wobei Putin seine Hilfsbereitschaft im Irankrieg signalisierte.
Dieser Konflikt, von den USA und Israel Ende Februar begonnen, zieht globale Kreise und beeinflusst andere internationale Brennpunkte. Trumps wiederholte Androhungen, Iran bei einem Wiederaufflammen des Krieges “noch härter zu treffen”, lassen die Situation volatil bleiben. Die Planlosigkeit und die unterschiedlichen Narrative der Konfliktparteien über den Verlauf und das mögliche Ende des Krieges bergen weiterhin erhebliche Risiken für die Welt und machen den Ausgang dieses “kurzen Ausflugs” – wie Trump ihn nannte – zutiefst ungewiss. Die Welt blickt gespannt auf die weitere Entwicklung und die Frage, wer tatsächlich das letzte Wort über das Kriegsende sprechen wird.

