Kuba bereitet sein Militär auf einen möglichen Einsatz der Vereinigten Staaten vor. Der kubanische Vizeaußenminister Carlos Fernández de Cossio warnte in einem Interview mit NBC News, es sei naiv, eine militärische Aggression der USA auszuschließen, betonte aber die Hoffnung auf eine friedliche Lösung. Diese Vorbereitungen folgen auf jüngste Andeutungen von US-Präsident Donald Trump über eine »Übernahme» des sozialistischen Inselstaates. Kuba bekräftigt seine Souveränität und lehnt es ab, ein Vasallenstaat zu werden, und das Militär sei angesichts der aktuellen Spannungen stets auf eine mögliche Aggression vorbereitet. Die Erklärung unterstreicht die tiefe Sorge Havannas vor einer Eskalation der seit Jahrzehnten angespannten Beziehungen zu Washington.
Die militärischen Vorbereitungen finden inmitten einer tiefgreifenden innenpolitischen Krise statt. Kuba erlebte kürzlich den zweiten landesweiten Stromausfall binnen weniger Tage, wobei das Netz nach Regierungsangaben nun wiederhergestellt ist. Diese Ausfälle, ausgelöst durch den Defekt eines Kraftwerkblocks und einen Dominoeffekt, offenbaren den maroden Zustand des kubanischen Stromerzeugungssystems. Neben der veralteten Infrastruktur kämpft der Inselstaat auch mit chronischem Mangel an Lebensmitteln und Medikamenten. Die Wirtschaftskrise wird durch das Ausbleiben entscheidender Öllieferungen aus Venezuela zusätzlich verschärft, was die Versorgungslage für die Bevölkerung dramatisch verschlechtert hat.
Die prekäre Energiesituation ist direkt mit den jüngsten Aktionen der USA verbunden. US-Präsident Trump ließ Anfang Januar den linksgerichteten venezolanischen Staatschef Nicolás Maduro nach einer US-Militärintervention gefangen nehmen und in die USA verbringen. Seit dessen Inhaftierung wegen Drogenhandelsvorwürfen sind die bisherigen Öllieferungen Venezuelas an Kuba vollständig eingestellt. Washington droht zudem anderen Staaten mit Repressalien, sollten diese versuchen, Öl an Kuba zu liefern, um den Druck auf die kommunistische Regierung zu erhöhen. Trumps wiederholte Drohung einer »Übernahme» Kubas verschärft die diplomatische Krise und treibt Kuba in eine noch isoliertere Lage.
Angesichts dieser komplexen Lage bietet Russland dem krisengeschüttelten Kuba Unterstützung an. Kremlsprecher Dmitrij Peskow bestätigte Gespräche mit den »kubanischen Freunden» über »mögliche Optionen, Hilfe zu leisten». Konkrete Schritte sind bereits sichtbar: Ein Tanker unter Hongkonger Flagge, die »Sea Horse», ist mit rund 190.000 Barrel russischem Diesel auf dem Weg nach Kuba und wird in wenigen Tagen erwartet. Ein zweiter russischer Frachter, die »Anatoli Kolodkin», soll zudem 730.000 Barrel Rohöl an Bord haben. Seit dem 9. Januar gab es keine Treibstoffimporte mehr nach Kuba. Obwohl die USA ihre Handelssanktionen gegen Russland gelockert hatten, stellte Washington klar, dass Beschränkungen für russische Öllieferungen an Kuba in vollem Umfang bestehen bleiben.

