US-Präsident Donald Trump hat alle Bundesbehörden angewiesen, die Nutzung von Technologie des KI-Unternehmens Anthropic sofort einzustellen. Dies folgt einem erbitterten Streit über den Einsatz künstlicher Intelligenz im Militär. Auf Truth Social erklärte Trump, die USA würden niemals zulassen, dass ein “linksradikales, wokes Unternehmen” die Kriegsführung diktiere. Er drohte Anthropic mit “schwerwiegenden zivil- und strafrechtlichen Konsequenzen”, sollte sich das Unternehmen nicht kooperativ zeigen, und setzte eine sechsmonatige Übergangsfrist für Behörden wie das Verteidigungsministerium, die Anthropic-Produkte bereits nutzen.
Der Kern des Konflikts liegt im Bestreben des Pentagons, KI-Modelle auch in geheimen Netzwerken zu nutzen, ohne dabei den üblichen Einschränkungen der Hersteller zu unterliegen. Die US-Regierung plant, KI verstärkt auf allen Geheimhaltungsstufen einzusetzen, um militärische Entscheidungen zu beschleunigen. Anthropic, gegründet von ehemaligen OpenAI-Mitarbeitern, beharrt jedoch auf seinen ethischen Richtlinien. Das Unternehmen verweigert ausdrücklich den Einsatz seiner KI für Massenüberwachung in den USA und in voll autonomen Waffensystemen, was direkt mit den militärischen Zielen kollidiert.
Dario Amodei, Mitgründer und CEO von Anthropic, warnte in einem Blogeintrag vor den Risiken von KI, insbesondere der automatisierten Zusammenführung verstreuter Daten zu detaillierten Profilen und der noch unzureichenden Verlässlichkeit für autonome Waffensysteme. Amodei betonte: „Wir werden nicht wissentlich ein Produkt liefern, das Amerikas Krieger und Zivilisten in Gefahr bringt.“ Als Reaktion auf diese Weigerung hatte US-Verteidigungsminister Pete Hegseth dem Unternehmen laut Axios und AP eine Frist bis Freitag gesetzt, um die Sicherheitsbeschränkungen für den militärischen Einsatz zu lockern, und drohte damit, Anthropic als Lieferkettenrisiko einzustufen.
Anthropic wurde 2021 gegründet und zielt mit seinem Sprachmodell “Claude” auf Programmierer und Unternehmen ab, die Wert auf Datensicherheit legen, im Gegensatz zu OpenAI und seinem breiter bekannten Chatbot ChatGPT. Es wird berichtet, dass “Claude” Anfang Januar dem US-Militär bei der Entführung des venezolanischen Diktators Nicolás Maduro geholfen haben soll, was die Ironie des aktuellen Streits unterstreicht. Die Eskalation zeigt die wachsende Spannung zwischen den ethischen Bedenken von KI-Entwicklern und den aggressiven Anforderungen nationaler Sicherheitsapparate an modernste Technologie.

