US-Präsident Donald Trump hat überraschend den rechten Influencer Nick Adams zum Sonderbeauftragten für amerikanischen Tourismus ernannt. Die neu geschaffene Position als “spezieller präsidialer Sondergesandter für amerikanischen Tourismus, Exzeptionalismus und Werte” wurde vom US-Außenministerium bestätigt. Seit dem 17. März soll Adams US-Touristenattraktionen wie Nationalparks bewerben. Adams erklärte in sozialen Medien, Trump habe ihn beauftragt, “die Liebe zu Amerika im eigenen Land neu zu entfachen und das heilige Leuchtfeuer auf der glänzenden Stadt auf dem Hügel wieder zu entzünden”. Unklar ist laut US-Medien, ob die Position entlohnt wird.
Nick Adams, ursprünglich Australier und einst jüngster Bürgermeister des Landes, erlangte auf Plattformen wie X (ehemals Twitter) Bekanntheit als “Alpha-Male”-Influencer. Seine Beiträge waren oft überzogen und frei erfunden, kultivierten ein spezifisches Image. Ein oft zitierter Post lautete: “Ich gehe zu Hooters. Ich esse Steaks rare. Ich stemme extrem schwere Gewichte. Ich lese jeden Abend die Bibel. Ich werde von reichlich Frauen verfolgt.” Diese Selbstdarstellung, die traditionelle Männlichkeitsbilder betont, passt zu seinem öffentlichen Auftreten. Hooters ist eine in den USA populäre Fast-Food-Kette, bekannt für ihr Personal in aufreizender Kleidung, was Adams’ Persona weiter unterstreicht.
Die Ernennung ist nicht Adams’ erster Versuch einer politischen Rolle unter Trump. Bereits im Juli nominierte Trump den islamkritischen MAGA-Influencer als Botschafter für Malaysia. Diese Nominierung scheiterte jedoch im Senat aufgrund von Adams’ Vorgeschichte theatralisch provokativer und islamfeindlicher Äußerungen und wurde im Januar ohne Abstimmung zurückgegeben. Trotzdem besteht eine enge Verbindung zwischen Trump und Adams. Trump schrieb das Vorwort zu Adams’ Buch “Alpha Kings”, lobte ihn darin als “einen meiner Lieblingsautoren und auch einen meiner Lieblingsredner”, was die persönliche Wertschätzung unterstreicht. Adams wurde 2021 eingebürgerter US-Staatsbürger.
Die Besetzung dieser neuen Sondergesandten-Position mit einem Influencer wie Adams wirft Fragen hinsichtlich der Prioritäten der US-Tourismusförderung auf. Während das Weißbuch die Bewerbung nationaler Sehenswürdigkeiten betont, deutet Adams’ Interpretation seiner Aufgabe auf eine breitere ideologische Mission hin, die auf die “Wiederentfachung der Liebe zu Amerika” abzielt. Dies könnte eine Verschiebung von traditioneller Tourismusförderung hin zu einer stärker wertebasierten oder politisch aufgeladenen Botschaft signalisieren. Die Entscheidung, einen umstrittenen Influencer mit einer solchen Rolle zu betrauen, könnte sowohl auf Begeisterung bei Trumps Anhängerschaft stoßen als auch Kritik hervorrufen. Die genauen Auswirkungen auf den amerikanischen Tourismus bleiben abzuwarten.

