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Home»Gesellschaft»Collien Fernandes: Deutschland ‘Täterparadies’ für Frauen
Gesellschaft

Collien Fernandes: Deutschland ‘Täterparadies’ für Frauen

By March 21, 20262 Mins Read
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Collien Fernandes hat Deutschland im Kontext von Gewalt gegen Frauen scharf kritisiert und als “Täterparadies” bezeichnet. Die Schauspielerin und Moderatorin untermauerte ihre Anschuldigungen in den ARD-Tagesthemen mit persönlichen Erfahrungen, indem sie von Anzeigen berichtete, die nicht weiterverfolgt wurden, und sprach in diesem Zusammenhang von einem deutlichen “Justizversagen”. Ihre Äußerungen folgen auf detaillierte Vorwürfe gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen, die sie über Instagram öffentlich machte. Sie behauptet, dass über Jahre hinweg Fake-Profile unter ihrem Namen auf verschiedenen Onlineplattformen erstellt wurden, um Männer aus ihrem beruflichen Umfeld anzulocken und ihnen gefälschte Nacktfotos und Sexvideos von ihr zuzusenden.

Die 44-Jährige betonte, dass ihre Äußerungen zu diesem Sachverhalt nicht neu seien, sondern sie sich bereits seit Jahren damit auseinandersetze und mittlerweile wisse, wer der mutmaßliche Täter sei. Ihr sei es ein zentrales Anliegen, auf die bestehenden gesetzlichen Schutzlücken in Deutschland hinzuweisen. Fernandes’ Fall beleuchtet die Schwierigkeiten, mit denen Frauen konfrontiert sind, wenn sie Opfer von Online-Belästigung und -Rufschädigung werden und das Rechtssystem als unzureichend empfinden. Die Schwere der Vorwürfe, die von der Erstellung betrügerischer Profile bis hin zur Verbreitung intimer Fälschungen reichen, unterstreicht die Notwendigkeit effektiverer rechtlicher Maßnahmen und eines stärkeren Schutzes für Betroffene.

In einem strategischen Schritt hat sich Fernandes bewusst dafür entschieden, rechtliche Schritte in Spanien einzuleiten. Sie erklärte, dass die Rechte von Frauen dort “deutlich besser geschützt” seien als in Deutschland. Diese Entscheidung begründete sie unter anderem mit der Reaktion auf ein “sehr umfangreiches Schreiben” der Gegenseite, das darauf abzielte, die Zuständigkeit in Deutschland zu belassen. Für Fernandes sei dies ein weiteres Indiz für ein “großes Versagen” und eine “große Schutzlücke” innerhalb der deutschen Justiz, die das Land in dieser Hinsicht zu einem “absoluten Täterparadies” mache. Ihre Wahl des Gerichtsortes dient somit auch als deutliches politisches Statement.

Der Oberste Gerichtshof der Balearen hat inzwischen bestätigt, dass ein Vorverfahren gegen Christian Ulmen geführt wird. Die Ermittlungen in dieser sensiblen Angelegenheit werden vom Vorsitzenden Richter der Abteilung für Gewalt gegen Frauen in Palma de Mallorca geleitet. Christian Ulmens Anwalt wies die von Fernandes erhobenen Vorwürfe als “unwahre Tatsachen” zurück. Eine direkte Anfrage der ZEIT an Ulmen zu den Anschuldigungen blieb bislang unbeantwortet. Der Fall wirft wichtige Fragen bezüglich der rechtlichen Rahmenbedingungen für Online-Belästigung, den Schutz von Persönlichkeitsrechten und die Effektivität des deutschen Justizsystems bei der Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen auf.

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