US-Außenminister Marco Rubio hat scharfe Kritik an Spanien und anderen NATO-Partnern geübt, die im Krieg gegen den Iran mangelnde Unterstützung zeigen. Rubio bemängelte insbesondere die Weigerung Spaniens, den USA die Nutzung seines Luftraums zu gestatten und Widerstand bei der Nutzung von Militärstützpunkten zu leisten. Diese Haltung, so Rubio, lasse die USA in einer Zeit, in der Verbündete dringend benötigt würden, im Stich. Er deutete an, dass die USA nach dem Konflikt eine Neubewertung der gesamten Allianz vornehmen müssten, da die NATO aus amerikanischer Sicht nicht als „Einbahnstraße“ funktionieren dürfe. Die Äußerungen unterstreichen wachsende Spannungen innerhalb des Verteidigungsbündnisses über die Rolle und Verpflichtungen seiner Mitglieder.
Die spezifischen Handlungen Spaniens, seinen Luftraum für alle mit dem Irankrieg in Verbindung stehenden Flugzeuge zu sperren und den USA die Nutzung der Militärbasen Rota und Morón zu untersagen, stehen im Mittelpunkt von Rubios Kritik. Diese Basen, seit Jahrzehnten gemeinsam von Spanien und den USA betrieben, sind strategisch wichtig für militärische Operationen. Rubio argumentiert, dass es für die USA schwer sei, an einer Allianz festzuhalten, die zwar die Verteidigung Europas im Angriffsfall garantiere, den Vereinigten Staaten aber gleichzeitig die Nutzung von Stützpunkten verweigere, wenn sie diese benötigen. Eine solche Vereinbarung, so Rubio, sei keine gute Grundlage für ein Bündnis.
Rubios Kritik an der „Einbahnstraßen“-Mentalität der NATO findet Parallelen in früheren Äußerungen von Ex-Präsident Trump, der ebenfalls wiederholt gegen NATO-Partner wegen mangelnder Unterstützung und Lastenverteilung wetterte. Trump hatte beispielsweise Großbritannien für eine verzögerte Genehmigung zur Nutzung von Militärstützpunkten kritisiert. Ein wesentlicher Aspekt, der in diesem Kontext oft übersehen wird, ist die Natur des Konflikts: Der von den USA und Israel begonnene Irankrieg ist nicht durch Artikel 5 des NATO-Vertrags abgedeckt. Artikel 5 verpflichtet die Mitglieder zur gegenseitigen Beistandspflicht im Falle eines Angriffs auf einen Verbündeten, was im aktuellen Szenario nicht zutrifft.
Die mangelnde Bereitschaft einiger europäischer NATO-Partner, die US-Militäroperationen im Irankrieg zu unterstützen, wirft grundlegende Fragen über die Zukunft und Kohärenz des transatlantischen Bündnisses auf. Rubios Forderung nach einer Neubewertung nach dem Krieg deutet auf mögliche weitreichende Konsequenzen für die Struktur und die gegenseitigen Verpflichtungen innerhalb der NATO hin. Sie verdeutlicht die Kluft zwischen den amerikanischen Erwartungen an Solidarität und den strategischen Prioritäten einzelner europäischer Staaten, die möglicherweise eine direkte Beteiligung an einem nicht durch Artikel 5 gedeckten Konflikt vermeiden möchten. Die Situation erfordert eine dringende Klärung der Allianzziele und -pflichten.
