Die Vereinigten Staaten haben im eskalierenden Konflikt zwischen Pakistan und Afghanistan ihre volle Unterstützung für Pakistans Recht auf Selbstverteidigung bekräftigt. Nach einer Reihe von Gefechten und pakistanischen Vergeltungsschlägen, die bis nach Kabul reichten, erklärte Pakistans Verteidigungsminister einen „offenen Krieg“ mit Afghanistan. Diese Eskalation markiert die schwersten Auseinandersetzungen seit der Machtübernahme der Taliban in Afghanistan im August 2021, wobei die USA die Taliban weiterhin als Terrororganisation einstufen.
Die jüngsten Gefechte in der afghanischen Provinz Nangarhar zeigen die anhaltende Spannung im Grenzgebiet. Während beide Seiten stark abweichende Angaben zu Opfern und Schäden machen, die nicht unabhängig überprüft werden konnten, unterstreicht die Haltung der USA die Komplexität der regionalen Dynamik. Pakistan, ein wichtiger Verbündeter der USA außerhalb der NATO, sieht sich mit Terroranschlägen konfrontiert, die es extremistischen Gruppen wie den pakistanischen Taliban (TTP) zuschreibt, denen die afghanische Taliban-Regierung Unterschlupf gewähren soll – eine Anschuldigung, die Kabul zurückweist.
International werden die Bemühungen zur Deeskalation verstärkt. Der türkische Außenminister führte Gespräche mit den jeweiligen Parteien sowie Katar und Saudi-Arabien. Russland und der Iran haben sich als Vermittler angeboten, während UN-Generalsekretär António Guterres eine sofortige Waffenruhe forderte. Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas mahnt ebenfalls zur Deeskalation und zum Dialog, wobei sie betont, dass afghanisches Staatsgebiet nicht zur Bedrohung oder zum Angriff anderer Länder genutzt werden darf und fordert von den De-facto-Behörden in Afghanistan wirksame Maßnahmen gegen Terrorgruppen.
Die kritische Lage im Grenzgebiet zwischen Pakistan und Afghanistan bleibt angespannt, geprägt von wiederholter tödlicher Gewalt. Pakistans fortwährende Vorwürfe gegen die Taliban-Regierung, Extremisten zu beherbergen, die Anschläge in Pakistan verüben, bilden den Kern des Konflikts. Die internationale Gemeinschaft fordert nun ein Ende der Gewalt und eine diplomatische Lösung, um eine weitere Destabilisierung der Region zu verhindern und die Sicherheit in Südasien zu gewährleisten.
